Eichstätt

Unermüdliches Engagement

Gelungenes Jubiläumsfest zu "20 Jahre Haus der Jugend" - Dankesworte und kritische Töne

16.07.2019 | Stand 02.12.2020, 13:30 Uhr
Hoffen auf mehr Unterstützung: Bernd Zengerle (links) und sein aktueller Jugendhaus-Rat. −Foto: Schiavone

Eichstätt (EK) Seit zwanzig Jahren gibt es bereits das Haus der Jugend in Eichstätt - das Jubiläum wurde mit einem abwechslungsreichen Programm für Jung und Alt begangen.

In gemütlicher und privater Atmosphäre wurde trotz Regen drinnen wie draußen gefeiert. Bereits vor dem Haus der Jugend lockte der Geruch von frisch gebackener Pizza aus dem Ofen und selbst gemachten Crêpes die Besucher an, die für die Gäste zudem auch noch kostenlos waren. Im Inneren des Hauses spielte am Nachmittag die Neumarkter Band "Filistine". Die drei Jungs, die auf den Festivals für ihren eingängigen Indie-Rock bekannt sind, gaben zu Ehren des Jugendhauses eine unplugged Version ihres erfolgreichen Debüt-Albums "Filosophy" zum Besten.

Am späten Nachmittag folgte dann der offizielle Teil der Jubiläumsfeier. Oberbürgermeister Andreas Steppberger gratulierte dem Jugendhausrat und allen Mitgliedern für deren Bemühungen, das Haus fort- und weiterzuentwickeln, ebenso wie dem Stadtrat und den Vertretern des Kuratoriums, die sich für die Belange des Hauses "wesentlich einsetzen". Allen voran galt Steppbergers Dank Bernd Zengerle, dem Leiter des Jugendhauses, und dessen unermüdliches Engagement: "Wie kein anderer setzt er sich für die Fortentwicklung des Hauses ein und kämpft mit wehenden Fahnen an allen möglichen Fronten. "

Rückblickend würdigte der Oberbürgermeister auch die Veranstaltungen, die von und mit dem Haus der Jugend organisiert wurden, wie die Kulturtage im Jahr 2014: "Wie das Jugendhaus das mit nur einem ehrenamtlichen Mitarbeiter und Praktikanten, die ihn unterstützt haben, gestemmt hat, das war schon eine Glanzleistung. Ein so bedeutendes Fest für den Jahreskalender der Stadt Eichstätt auf die Beine zu stellen, das war gigantisch. Die vielen Musikevents, auch mit inklusiven Bands, haben gezeigt, was in den Jugendlichen der Stadt steckt. " Die Stadt könne stolz sein auf das kleine, aber feine Haus und "sollte künftig weiterhin alles dafür tun, um dieses Haus am Leben zu halten, sodass es vernünftig arbeiten kann", so Steppberger in seinen abschließenden Worten. Bernd Zengerle nutzte die Gelegenheit, um sich zum einen bei den verschiedenen Kooperationspartnern zu bedanken, die nicht nur finanziell, sondern auch materiell und ideell dem Haus zur Seite stehen. Zum anderen verwies er auf die Geschichte und Bedeutung der offenen Jugendarbeit in Eichstätt. So gebe es das Haus der Jugend zwar erst seit 1999, doch wurde die offene Jugendarbeit bereits nach dem Zweiten Weltkrieg als "amerikanisches Demokratieerziehungsprojekt" installiert. Damals diente die ehemalige Orangerie den Jugendlichen als Ort der Begegnung.

Seitdem wurde die Jugendarbeit in der Stadt unter verschiedenen Trägerschaften fortgeführt, ehe 1999 das Haus der Jugend als permanenter Standort eröffnet wurde und mittlerweile fester Bestandteil des Stadtbildes sei, das auch politische Relevanz habe. So sei das Haus auch eine Bildungseinrichtung, die den Jugendlichen soziale Kompetenzen vermittle: "Gerade Arbeitgeber fordern diese sozialen Skills immer stärker ein, die in der Ausbildung bemängelt werden. Deswegen sind diese offenen Räume so enorm wichtig. Ich hoffe, dass diese Notwendigkeit von der Politik auch erkannt und weiterhin unterstützt wird. "

Der unterschwellige Appell ist nicht neu, sondern folgt einer jahrelangen Debatte um eine zweite Mitarbeiterstelle im Jugendhaus, der Installierung von Mädchenarbeit oder der Förderung von Erlebnispädagogik. Die Mitglieder des Jugendhausrates verliehen mit einem selbst gemachten Banner dem auch optisch Ausdruck.

Nach dem offiziellen Part wurde es im Ovalbau wieder musikalisch. Die KU-Studentin und Newcomer-Singer-Songwriterin Julia Laura verzauberte das Publikum mit gefühlvollem Spiel auf Gitarre und Ukulele und ihrer außergewöhnlich tiefen und klaren Stimme. Für mehr Action sorgte am Nachmittag eine kleine Bikeshow vor dem Haus sowie abends die Feuershow von Mukundalights, ehe das Sommerfest bei Party mit fetzigem Sound von DJ Davi-G seinen Abschluss fand.

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