Manching

Vom Barock bis zu Design-Klassikern der Moderne

Vor 30 Jahren aus dem Nichts aufgebaut: Glas & Antik Huber hat sich auf das Restaurieren wertvoller Möbel spezialisiert

15.11.2019 | Stand 02.12.2020, 12:36 Uhr
Umgeben von wertvollen Möbeln sind Manfred und Gerlinde Huber in ihrem Geschäft in Manching. −Foto: Pehl

Manching (peh) Sie hatten beide gute Jobs - und wollten doch etwas anderes machen.

Aus dem Nichts haben Manfred und Gerlinde Huber einst ihr Geschäft aufgebaut - und das mit großem Erfolg. In den nächsten beiden Wochen feiert Antik & Glas Huber das 30-jährige Bestehen.

Wer den Laden an der Mitterstraße im Manchinger Gewerbegebiet nicht kennt, der würde nicht glauben, was dort alles für Schmuckstücke stehen. Sekretäre aus dem Biedermeier mit filigranen Kästchen und Schubladen, geschwungene Sessel aus der Ära Louis Seize, Barockschränke oder Nähkästchen mit kunstvoll gearbeiteten Intarsien aus verschiedenen Hölzern. Dazu die Lampen, Leuchter und Spiegel sowie die Verglasungen in echter Blei- und Tiffanytechnik. Ein Geschäft wie Antik & Glas Huber dürfte es bis hinein in den Münchener Raum kein zweites geben, einige Stücke könnten ohne Zweifel in einem Museum stehen. "Wir haben auch interessante Kunden", sagen Manfred und Gerlinde Huber. Im gesamten süddeutschen Raum und darüber hinaus ist die Firma ein Begriff. Die Hubers haben schon das Inventar ganzer Schlösser begutachtet und restauriert oder Villen in Kroatien eingerichtet - ohne den Auftraggeber jemals gesehen zu haben.

Bemerkenswert ist bei den beiden gebürtigen Ingolstädtern, die sich vor 39 Jahren an einer Bushaltestelle kennengelernt haben, vor allem die Aufgabenteilung. Gerlinde ist nämlich die Handwerkerin, während Manfred zu den Kunden fährt, Stücke schätzt und ankauft, Preise kalkuliert und die Buchhaltung macht. "Die Bereiche sind abgesteckt, da steht man sich nicht im Weg. " Die Glaser- und Schreinermeisterin hat sich schon früh auf die Restaurierung von alten Möbeln konzentriert und setzt hohe Maßstäbe - auch bei kleinen Details. "Der Schraubenschlitz muss senkrecht stehen", sagt sie, "und zwar auf der Vorder- und der Rückseite. "

Über Mangel an Arbeit können sie sich nicht beklagen. "Es wird viel angeboten", erzählt Manfred Huber, der längst ein Netz von Händlern aufgebaut hat. Freilich haben sich in drei Jahrzehnten auch die Trands am Markt verändert. Mittlerweile zählen beispielsweise auch Design-Klassiker der 50er- bis 70er-Jahre zu den gefragten Stücken. Wobei sich heute niemand mehr die Wohnung mit Antiquitäten vollstopft. "Ein schönes Möbel als Solitär" sei heute die Devise. Oftmals sind es auch Erbstücke, die die Kunden zum Restaurieren vorbeibringen, weil sie daran hängen.

Vier, fünf Jahre wollen die beiden ihr Geschäft noch weiterbetreiben. Dann hoffen sie, es an einen Nachfolger übergeben zu können. Das Wichtigste hat das Ehepaar Huber aber schon erreicht: Sie sind zufrieden - und strahlen das auch aus.

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