Manching

Oberstimmer Schacht: Initiative fordert Transparenz

IOSCHA auch bei Podiumsdiskussion vertreten: Es wären deutlich weniger Baumfällungen erforderlich gewesen

25.09.2020 | Stand 02.12.2020, 10:29 Uhr

Manching - Die in Oberstimm ins Leben gerufene Vereinigung "IOSCHA" (Initiative Oberstimmer SCHAcht) hat sich zum Ziel gesetzt, der im vergangenen Winter begonnenen Abholzung im Naturschutzgebiet "Oberstimmer Schacht" ein Ende zu setzen.

Als ein Entgegenkommen bewertet die Initiative die auch auf ihren Wunsch hin vom neuen Landrat Albert Gürtner und seiner Stellvertreterin Elke Drack angesetzte Podiumsdiskussion am Dienstag ab 18 Uhr in der Lindenkreuzhalle in Manching, um Transparenz in die Angelegenheit zu bringen.

Auf dem Podium kommen die Vertreter der Höheren Naturschutzbehörde (HNB), der Unteren Naturschutzbehörde (UNB), des Bund Naturschutz sowie auch ein Vertreter von IOSCHA zu Wort, so IOSCHA-Initiator Hans Schachtl. Auch die Bürger haben Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Die Kernfrage der Veranstaltung wird für Schachtl sein, ob und in welcher Weise die UNB unter Verletzung verwaltungsrechtlicher Schritte den Schutzzweck des bestehenden Natura-2000-Gebietes beschädigt habe. "Mit diesem Vorwurf jedenfalls geht IOSCHA in die Diskussionsrunde", so Schachtl. Eine Begründung des teilweisen Kahlschlags mit der Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht könne die UNB nicht ins Feld führen. "Denn hätte man sich an die geltenden Richtlinien, nämlich den Leitfaden für Naturschutzbehörden und DB-Mitarbeiter gehalten, dann wären 70 bis 80 Prozent weniger Baumfällungen erforderlich gewesen", so Schachtl weiter. So bleibe als Argument für die UNB nur noch die Berufung auf Verpflichtung zur Umsetzung des Managementplanes, den die Höhere Naturschutzbehörde erstellt hat. Tatsächlich sei die UNB verpflichtet, den von der Höheren Naturschutzbehörde aufgestellten Managementplan umzusetzen. Der jedoch hat Vorgaben, an die sich die jeweils ausführende Stelle zu halten hat. In der Oberstimmer Schacht ist aber nach Ansicht von IOSCHA damit nicht sorgsam umgegangen worden.

Der Managementplan weise beiderseits der im Schachtbereich verlaufenden Bahnlinie München-Ingolstadt langgezogene, parallele Korridore aus, die dafür vorgesehen seien, geschützte Bäume und Biotopbäume zu erhalten. Die UNB hat nach den Worten von IOSCHA zumindest auf der Westseite den Kahlschlag angeordnet, der Auftrag dafür soll mündlich vergeben worden sein.

Um nun Licht in die ganze Sache zu bringen, hat IOSCHA den Pfaffenhofener Landrat angeschrieben mit der Bitte, bei der zwischenzeitlich ohnehin anberaumten öffentlichen Veranstaltung Aufklärung zu geben. "Es ist zu begrüßen, dass Landrat Gürtner diesem Wunsch entsprochen hat und den Bürgern und der Öffentlichkeit die Bühne bietet, alle nötigen Informationen zu bekommen", so Schachtl weiter. Die Initiative IOSCHA hofft nun auch, dass die betroffenen Bürger zur Veranstaltung kommen, um die Informationen aus erster Hand erfahren zu können.

DK

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