Untermässing

Weihe steht für 2021 im Kalender

Kapelle auf dem Auer Berg soll nächstes Jahr fertig sein - "Ein gelungener Bau"

27.10.2020 | Stand 02.12.2020, 10:16 Uhr
Auf einer kleinen Lichtung mitten im Wald ist in den vergangenen Monaten diese acht mal sechs Meter große Kapelle entstanden. −Foto: Karch

Untermässing - Balken für Balken und Brett für Brett hat die Kapelle auf dem Auer Berg Gestalt angenommen. "Es ist ein gelungener Bau", sagt Martin Heiß voller Stolz. Der Tittinger Altbürgermeister überwacht als stellvertretender Vorsitzender des Vereins Gebetsstätte Auerberg den Baufortschritt. "Ich habe bisher nur positive Stimmen gehört."

Mitten im Wald ist das Gebäude herangewachsen, für das sich der Verein Gebetstätte Auerberg ins Zeug gelegt hatte. Schon seit einigen Jahrzehnten wird auf dem Auer Berg regelmäßig Gottesdienst gefeiert. Anfang der 1970er-Jahre ist diese Lichtung auf dem Auer Berg hoch über Untermässing von Hubert Bittl aus Neufahrn entdeckt worden. An dieser Stelle im Wald hat sich der gläubige Katholik der Mutter Maria besonders nahe gefühlt. 1979 wurde auf dieser Lichtung ein Bildstock errichtet, 1996 folgte ein Kreuz. Von überallher kommen sei dieser Zeit Wallfahrer an diesen Ort, um hier im Gehet innezuhalten oder auch einen der acht Gottesdienste mitzufeiern, die hier jedes Jahr angeboten werden.

Sogar in Corona-Zeiten finden die Gläubigen den Weg zu den Gottesdiensten. "Im August waren es knapp 200, jetzt im Oktober rund 90", berichtet Martin Heiß. "Damit konnten die Corona-Bestimmungen eingehalten werden", zeigt er sich erleichtert. Aber er freut sich auch über das große Interesse der Gläubigen, die "aus allen möglichen Richtungen kommen".

Und die Gläubigen konnten sehen, wie schnell sich das Projekt Kapelle entwickelt hat. Vom Aushub des Untergrunds und dem Betonieren der Bodenplatte bis zum Rohbau hat es nur wenige Monate gedauert. Und das trotz der schwierigen Bedingungen, mit denen die Baufirmen klar kommen musten. Denn diese Baustelle liegt mitten im Wald, nur erreichbar über einen schmalen und in Teilen sehr steilen Feldweg. "Der Betonmischer ist nur bis zum Waldrand gefahren und hat dann mit einem kleinen Kipper den Beton zur Baustelle gefahren", schildert Heiß die Schwierigkeiten "Das war eine Topleistung aller beteiligten Firmen", lobt Heiß. "Auch die Absprachen zwischen den Firmen haben toll funktioniert."

Und es gibt noch einen weiteren Punkt, über den sich die Mitglieder des Vereins freuen können. "Wir sind bei den bisherigen Gewerken voll im Kostenrahmen und in manchen Teilen liegen wir sogar darunter." Diese gute Nachricht konnten die Verantwortlichen bei der jüngsten Mitgliederversammlung verkünden. Die Mitglieder erfuhren auch, dass die Finanzierung gesichert ist, auch dank der rund 105000 Euro Zuschuss, die aus dem Leadertopf der Altmühl-Jura-Gemeinden kommen. Denn die Kapelle soll auch ein spirituelles Angebot für Wanderer auf dem Thalachtal-Panoramaweg der Gemeinde Thalmässing sein. Dieses Gedanken kann Kreisheimatpflegerin Eva Schultheiß allerdings nicht nachvollziehen. "Der Wanderweg ist ein ganzes Stück weit entfernt und auch nicht direkt angeschlossen", sagt sie. Und auch die Vermutungen, dass hier einmal ein Kloster existiert hätte, stimme nicht. "Da oben war nie ein Kloster." Aber es gibt den Burgstall, der als Bodendenkmal kartiert sei und der unbedingt geschützt werden müsse.

"Der Bau ist mit der Unteren Naturschutzbehörde und den Denkmalschutzbehörden abgesprochen", versichert Martin Heiß, der bereits die nächsten Baufortschritte im Blick hat. Noch vor Weihnachten soll die betonierte Bodenplatte mit Platten aus Jura-Marmor belegt werden. Die sind - falls sie nicht ständig unter Wasser stehen - auch winterfest. Zudem werden die Zwischenräume zwischen den Holzstelen noch mit Glas ausgefüllt. "Dann ist das Innere der Kapelle nicht mehr der Witterung ausgesetzt."

Vor dem kleinen Gotteshaus wird noch Schotterrasen angelegt, auf dem Steinblöcke als Sitzgelegenheiten platziert werden. In der Kapelle selbst werden Holzbänke aufgestellt. Martin Heiß rechnet damit, dass die Kapelle bis Mitte nächsten Jahres so weit ist, dass "wir sie weihen lassen können".

Bis dahin wird der Weg zur Kapelle auch besser ausgeschildert sein. "Eine gute Ausschilderung ist auch eine Auflage der LAG Altmühl-Jura für dieses Projekt", informiert Heiß. Bevor irgendwelche Schilder aufgestellt werden, will sich der Verein aber erst einmal informieren, wie sich der Zuschussgeber diese Ausschilderung genau vorstellt. Auch am Weg selbst möchte man gerne Verbesserungen vornehmen. Da der aber der Stadt Greding gehört, muss Heiß erst einmal mit der Kommune Kontakt aufnehmen. "An dem steilen Wegstück kann man nicht viel ändern", ist sich der stellvertretende Vereinsvorsitzende allerdings sicher. Ein paar Nachbesserungen seien aber sicher möglich. Man wolle auch nicht unnötig viel Verkehr in den Wald ziehen, vielmehr sollten die Besucher grundsätzlich ihr Auto am Waldrand stehen lassen und zur Kapelle laufen.

HK

Andrea Karch

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