Wasserpreis: Was machen andere Städte anders?

28.03.2021 | Stand 29.05.2021, 3:34 Uhr

Zu den Wasserpreis-Erhöhungen durch die Pfaffenhofener Stadtwerke: Im Januar bekam ich meine Jahreswasserabrechnung 2020 mit den neuen fälligen Abschlagszahlungsforderungen für 2021. Diese waren mehr als doppelt so hoch wie 2020. Es war ein Schreiben beigefügt, das erklärt, warum die Preise angehoben werden und wie die Preisentwicklung in den nächsten Jahren aussieht.

 

Da ich die Beträge meiner Rechnung nicht nachvollziehen konnte, ließ ich mir diese schriftlich erklären. Dabei stellte sich folgende Preissteigerung heraus:
der Preis für einen Kubikmeter Trinkwasser steigt von 1,99 Euro auf 2,53 Euro (27 Prozent);

der Preis für einen Kubikmeter Schmutzwasser steigt von 1,70 Euro auf 2,50 Euro (47 Prozent;)

Niederschlagswasser steigt von 0,25 Euro/qm auf 0,49 Euro (96 Prozent);

Grundgebühr für Standard-Wasserzähler pro Monat von 3 Euro auf 4,81 Euro (60 Prozent);

Grundpreis für Schmutzwasser (Abwasser) pro Monat von 1 Euro auf 4 Euro (300 Prozent) - und die Preise steigen die nächsten Jahre weiter.

Ich recherchierte daraufhin, wie teuer Wasser in München, Dachau, Freising, Schrobenhausen, Aichach, Neuburg und Ingolstadt ist. Es wurden teilweise auch die Preise angehoben, aber in keiner Stadt waren die Preise so hoch wie in Pfaffenhofen. Auffällig ist, dass es nur in Pfaffenhofen eine Grundgebühr für Abwasser gibt. Ich habe nur einen Wasserzähler. Ein Liter Trinkwasser wird auch gleichzeitig als ein Liter Schmutzwasser gezählt.

In München und Neuburg gibt es sogar noch Gießwasser (Trinkwasser ohne Abwassergebühr). Es heißt der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Trinkwasserversorgung und die Abwasserentsorgung kostendeckend betrieben werden müssen. Aber es darf auch kein Gewinn erzielt werden. Nur mit entsprechender finanzieller Ausstattung kann der Werterhalt der Trinkwasser- und Abwasserinfrastruktur in Pfaffenhofen gesichert und nachhaltig ausgebaut werden, heißt es in dem Schreiben von den Stadtwerken. Ich frage mich, was andere Städte anders machen, um günstiger zu sein, da diese ja genauso das Netz erhalten und investieren müssen. Den Stromanbieter kann ich wechseln. Bei Wasser muss ich die Preise akzeptieren.
Brigitte Meier

Pfaffenhofen

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