Ingolstadt

Buntes Programm für die junge Fanszene

Stadtjugendring stellt neues Projekt für Fußballbegeisterte vor

11.11.2021 | Stand 14.11.2021, 3:33 Uhr
Miriam Werner
Einiges in Planung: Stefan Moser (von links), Carla Frenzel, Sebastian Wagner und Florian Liu präsentieren ihre Ideen für das neue Fanprojekt Ingolstadt. −Foto: Werner

Ingolstadt - Von Kickerturnieren über Antiaggressionstraining bis hin zu Trommelworkshops und Selbstverteidigungskursen für Frauen: Am Mittwochabend präsentiert der Stadtjugendring (SJR) in der Fronte 79 das neue vielseitige Fußball-Fanprojekt.

Im Fokus steht die sozialpädagogische Betreuung und Begleitung der jungen Fußball-Fanszene aus der gesamten Region.

Nach Anlaufschwierigkeiten hat das Projekt am 1. September endlich grünes Licht bekommen. "Vor rund drei Jahren haben wir den ersten Anlauf gestartet", berichtet Stefan Moser, Geschäftsführer und kommunaler Jugendpfleger des SJR, "nach einer europaweiten Ausschreibung haben wir den Zuschlag bekommen - aber dann hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Geldhahn zugedreht. " Es gab zahlreiche Telefonate. Sie hätten nicht locker gelassen, und nun hat es sich ausgezahlt. Nach der Stellenausschreibung hat sich inzwischen auch das passende Personal für das Fanprojekt gefunden: Sebastian Wagner, Florian Liu und Carla Frenzel stellen sich vor und präsentieren das Konzept des Fanprojekts und ihre Ideen.

Zunächst suchen die Beteiligten eine Immobilie, in der ein offener Jugendtreff stattfinden kann. "Wir benötigen Räumlichkeiten in der Innenstadt, damit alle Jugendlichen problemlos zu uns kommen können", erklärt Frenzel. "Derzeit sind wir mit einigen Vermietern konkret im Gespräch", fügt Moser hinzu. Sobald ein Raum gefunden ist, soll dieser als zentrale Anlaufstelle für die junge Fanszene dienen. Vielfältige Aktionen werden dort stattfinden. Der offene Jugendtreff soll ein Ort sein, an dem die jungen Menschen zusammenkommen können. "Dort werden wir beispielsweise Fahrten zu Auswärtsspielen planen. Der Ort kann aber auch als Schülertreff dienen", sagt Wagner. Im Jugendtreff werden auch Themen vorgeschlagen, über die dann gemeinsam mit den Jugendlichen diskutiert werden kann. "Dazu wollen wir auch externe Berater einladen, wie beispielsweise einen Anwalt, der mehr zu strafrechtlichen Dingen im Fußball sagen kann. Auch die Polizei hat bereits Interesse bekundet, ihren Arbeitsalltag im Jugendtreff vorzustellen", so Wagner. Außerdem wird es Stadionführungen geben. Dort können die Jugendlichen die gegnerischen Kabinen und die eigenen Kabinen der Fußballer besichtigen.

Außerdem sind zahlreiche Aktivitäten in Planung. Es wird Graffiti- und Trommelworkshops, Filmabende und Sportangebote geben. Die Veranstaltungen sind für die jungen Menschen kostenfrei. Das Angebot ist groß und stößt bei den erschienenen Fans bereits auf freudige Zustimmung. Außerdem sind U18-Fahrten zu Auswärtsspielen geplant. "Diese betreuten Fahrten sind dann natürlich ohne Alkohol, Drogen und Zigaretten", sagt Liu. Es werde klare Regeln geben, an die sich alle zu halten haben.

Das Fanprojekt ist derzeit noch in der Anfangsphase. "Wir wollen das Fanprojekt publik machen. Wir gehen in Schulen und andere Einrichtungen, wie die Lebenshilfe, um für das Fanprojekt zu werben", berichtet Liu. "Vielleicht entdecken so Jugendliche den Stadionbesuch ganz neu für sich. Manchmal braucht man einfach jemanden, der einen mitnimmt", fügt Wagner hinzu.

Das Fanprojekt geht aber auch über reine Fußballkrisen hinaus. "Wir haben für Probleme in jeder Lebenslage ein offenes Ohr für euch - ob Zuhause oder beim Bewerbungsschreiben. Gibt es ein Problem, dann sind wir für euch da", sagt Frenzel. Das Fanprojekt wird mit Zuschüssen vom DFB, dem Freistaat Bayern und der Stadt Ingolstadt finanziert.

Schon am nächsten Spieltag der Schanzer, am Sonntag, 21. November sind die SJR-Mitarbeiter im Fancontainer hinter der Südtribüne anzutreffen. Die Homepage befindet sich derzeit noch im Aufbau. Interessierte werden über das Instagram-Konto fanprojekt_ingolstadt über Veranstaltungen und Aktionen informiert.

DK

Miriam Werner

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