Um das Projekt hatte es jahrelang heftige Streitigkeiten gegeben. Ursprünglich hatte Salleck deswegen vor zwei Jahren angekündigt, den Turm nicht mehr in Abensberg bauen zu wollen. Der Chef der örtlichen Kuchlbauer-Brauerei lag lange Zeit mit dem Abensberger Bürgermeister Uwe Brandl (CSU) im Clinch. Die Auseinandersetzungen zwischen beiden beschäftigten auch mehrfach die Gerichte.

Hundertwasser - Salleck
Brauereibesitzer Leonard Salleck zeigt vor seiner Brauerei im niederbayerischen Abensberg den Entwurf einer "Bierblume" des verstorbenen Künstlers Friedensreich Hundertwasser.
Mittlerweile unterstützt Brandl, der auch bayerischer Gemeindetagspräsident ist, das Projekt. "Es ist eine touristische Attraktion von überregionaler Bedeutung", sagte er. Salleck will den Hundertwasser-Turm auch als Werbung für seine Weißbierbrauerei nutzen. An der Spitze soll es eine begehbare "goldene Kugel" mit zehn Metern Durchmesser und eine Aussichtsterrasse geben. In dem runden Raum will Salleck seine 4200 Exponate umfassende Sammlung von Weißbiergläsern präsentieren.

In der Vergangenheit hatte sich auch Bayerns Generalkonservator Egon Greipl gegen das Hundertwasser-Projekt am Rande der Abensberger Altstadt ausgesprochen. Die Denkmalschützer waren der Ansicht, dass der märchenhafte Turm nicht zu dem historischen Stadtbild passe. Um den Kritikern entgegenzukommen, ließ Salleck die Turmpläne mehrfach ändern. Zunächst sollte der Turm 70 Meter hoch werden, dann 50 Meter und nun haben sich die Beteiligten auf 35 Meter verständigt.

Den aktuellen Entwurf für den Turm hat der Wiener Hundertwasser-Architekt Peter Pelikan erstellt. Am Freitag, 24. März, sollen die neuen Pläne für das Bauwerk vorgestellt werden.