Ingolstadt

Zeit für eine Bitcoin-Bilanz: Vor rund einem Jahr hat die VR Bayern Mitte ein eigenes Programm aufgelegt

Für das einzigartige Konstrukt in der Finanzlandschaft wird nun ein Bitcoin-Forum veranstaltet

18.03.2023 | Stand 18.03.2023, 11:00 Uhr

Bargeld in Bitcoin tauschen: Projektkoordinatorin Marlene Gärtner am Automaten in Ingolstadt. Foto: VR Bayern Mitte

Ingolstadt – In wenigen Tagen ist es soweit: Im April wird das Bitcoin-Programm der Volksbank Raiffeisenbank (VR) Bayern Mitte ein Jahr alt. Damit ist die VR Bayern Mitte immer noch die einzige Bank, die für diese Kryptowährung ein Gesamtpaket anbietet, bestehend aus Beratung, Verkauf und Hilfe bei der Aufbewahrung. „Überraschenderweise haben wir viele Anfragen aus ganz Deutschland bekommen“, berichtet der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Andreas Streb, der für dieses Programm verantwortlich zeichnet. „Wir als regionale Genossenschaftsbank machen keine Werbung außerhalb der Region, aber das Thema Bitcoin bewegt doch sehr viele Menschen, die bei sich zu Hause vor Ort kein Angebot finden.“

Genossennicht ganz zufrieden

So ganz zufrieden sind die Genossen mit ihrer Bitcoin-Offensive dennoch nicht: Insgesamt rund 2,2 Millionen Euro wurden über das Programm bislang in Bitcoins investiert; momentan liege man bei rund 150000 Euro monatlich. Man hatte etwas mehr erhofft. Streb: „Wir sind in einem Jahr gestartet, in dem der Bitcoin recht viele Krisen durchlaufen hat. Das ist natürlich eine sehr volatile und risikoreiche Anlage.“ Mehr als zwei bis drei Prozent seiner Geldanlage sollte man Streb zufolge daher auch nicht in Bitcoins investieren. Der Kursverlauf im zurückliegenden Jahr bestätigt das: Der Bitcoin sank innerhalb dieses Zeitraums von rund 42000 Euro auf am Freitagnachmittag rund 27000 Euro; dabei lag er zu Beginn des Jahres auch schon mal bei knapp über 15000 Euro.

Streb zeigt sich dennoch vom Bitcoin als Anlageform überzeugt: Durch seine Begrenzung auf eine Obergrenze von 21 Millionen Stück und die Gewährleistung seiner Sicherheit durch sämtliche Bitcoin-Besitzer sei er ein einzigartiges Konstrukt. Streb: „Probleme mit einer Währung fangen immer dann an, wenn die Verantwortlichen für die Währung anfangen, daran herumzumanipulieren. Beim Bitcoin ist so etwas nicht möglich.“

Unterschiedezu anderen Kryptowährungen

Daher sei der Bitcoin auch strikt von anderen Kryptowährungen zu unterscheiden, so Streb. Diese würden von einzelnen Firmen herausgegeben und seien so anfälliger für Manipulationen. Daher sei der Bitcoin-Handel an den Börsen so zu regeln wie der Handel mit Rohstoffen, der Handel mit anderen Kryptowährungen dagegen wie der Handel mit Wertpapieren.

Auch für Menschen mit finanziellem Fachverstand (für die anderen sowieso) sind diese Hintergründe schwierig zu durchdringen. Die VR Bayern Mitte veranstaltet deshalb am 30. März gemeinsam mit der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) das erste Bitcoin Forum Bayern. Es geht in den Räumlichkeiten der THI über die Bühne; der Eintritt ist frei, allerdings muss man sich vorher anmelden, am besten über www.vr-bayernmitte.de/
bitcoinforum.

Mit Wissenstransfer in Sachen Bitcoins will die VR Bayern Mitte auch Geld verdienen. Man biete künftig das selbst entwickelte Bitcoin-Programm anderen Genossenschaftsbanken zur Übernahme an, so Streb. Gegen Bezahlung in Euro natürlich.

DK