„Wir spüren ein gesteigertes Interesse“

VR Bayern Mitte geht voran und stellt ein Dienstleistungsangebot rund um Bitcoins vor

21.04.2022 | Stand 21.04.2022, 22:06 Uhr

Einstieg in die Welt der Kryptowährung: Andreas Streb, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der VR Bayern Mitte (links) und Vorstandschef Richard L. Riedmaier stellten das Angebot rund um Bitcoins in Ingolstadt vor. Foto: VR Bayern Mitte

Von Sandra Mönius

Die Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte nimmt eine Vorreiterrolle ein: Als erste Bank in der Region hat sie ein neues Dienstleistungsangebot rund um Bitcoins vorgestellt. „Wir haben viele Kunden, die das Thema beschäftigt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Richard L. Riedmaier am Donnerstag in Ingolstadt, die Beweggründe zu diesem Projekt. „Und da wir in allen Finanzangelegenheiten in der Region erster Ansprechpartner sein wollen, bieten wir nun eine sichere und praktische Lösung an.“ Denn die Kryptowährung Bitcoin gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. „Wir spüren seit geraumer Zeit ein gesteigertes Interesse unserer Kunden. Das Thema ist in allen Altersklassen relevant“, hieß es weiter.

Knapp zwei Jahre Arbeit hat die VR Bayern Mitte bislang in das Projekt gesteckt, die technischen Voraussetzungen wurden geschaffen, die Mitarbeiter geschult – jetzt war der Startschuss. Zunächst ging es bankintern allerdings auch darum, eine Meinung zum Thema Kryptowährung zu haben, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Andreas Streb. Ganz bewusst setzen die Experten nun nur auf Bitcoins und lassen andere Kryptowährungen außen vor, „denn hinter allen anderen stehen Unternehmen und Geschäftsmodelle. Sie sind nicht ausreichend dezentral aufgebaut“.



Seit Donnerstag nun können die Kundinnen und Kunden der Bank das Dienstleistungsangebot buchen. Dies beinhaltet unter anderem ein Informationsgespräch – das explizit nur informieren und nicht beraten soll, betonte Thomas Raab, Leiter DigitalFiliale+. Dieses 60-minütige Gespräch, das Interessenten vorab online buchen müssen, kostet 99 Euro und soll über die Grundlagen, den Handel und die Verwahrung von Kryptowährungen aufklären.

Ein weiteres Angebot der VR Bayern Mitte gibt es dann für die Aufbewahrung der Bitcoins: Der Kunde kann über den neuen Onlineshop die sogenannte VR-BitcoinGoCard als Speichermedium erwerben. Das ist auch ohne vorheriges Informationsgespräch möglich. Mit dieser Karte werden die Bitcoins gekauft und verwaltet. „Nur wer den Private Key besitzt, besitzt auch die Bitcoins“, sagte Streb. Die Karte ist also nicht auf einer Plattform hinterlegt und somit etwa vor Online-Diebstahl sicher. Die Bank plane auch nicht, eine Verwahrlizenz zu beantragen, hieß es.

Um die Karte zu verwalten, wurde mit der Wolnzacher Firma Die SW-Factory GmbH eine App programmiert – mit dieser kann die Echtheit der Karte geprüft und der Bestand abgefragt werden. Geht die Karte allerdings verloren, hat der Besitzer keine Möglichkeit mehr, an seine Bitcoins zu kommen. So können von den derzeit insgesamt 19 Millionen Bitcoins drei Millionen nicht bewegt werden, weil der Zugang versperrt ist.

Als erste Bank in der Region bietet die VR Bayern Mitte ihren Kunden zudem an, über das eigene BitcoinGo-Handelsportal Bitcoins zu kaufen und zu verkaufen – Partner ist hierbei die Münchner CM-Equity AG, ein Wertpapierinstitut, das auch von der BaFin beaufsichtigt wird. Riedmaier und Streb betonen allerdings, dass eine Anlage in Bitcoin zur individuellen Risikobereitschaft passen müsse, da die Schwankungen groß seien.

Ab Juli soll zudem ein Bitcoin-Automat in der Ingolstädter Hauptstelle stehen, an dem Kunden nach einer Registrierung vorab mit ihrer Karte Scheine gegen Bitcoins eintauschen können. Solche Automaten sind in vielen Ländern schon häufig zu sehen, in Österreich etwa werden sie bald auch in den Media-Markt-Filialen zu finden sein, hieß es.

DK