Dividenden und Rabatte
Vorteile für Mitglieder: Genossenschaftsbanken haben rund 18 Millionen Anteilseigner

29.11.2023 | Stand 29.11.2023, 5:00 Uhr

Mitglied sein: Anteile an Genossenschaftsbanken zu erwerben, kann mehrere Vorteile bringen. Foto: Murat, dpa

Volks- und Raiffeisen-, PSD- und Sparda-Banken gehören nicht irgendwelchen anonymen Aktionären und Aktionärinnen, sondern ausschließlich ihren Mitgliedern. Und weil dies so ist, fühlen sich diese Geldhäuser ihren Eigentümern besonders verpflichtet und belohnen sie mit finanziellen Vorteilen, die ihre anderen Kundinnen und Kunden nicht haben.

Das hat sich wohl herumgesprochen. Denn knapp 18 Millionen von gut 30 Millionen Kunden haben bereits Anteile gezeichnet.

Mitglied werden: Jede Privatperson mit festem Wohnsitz in Deutschland kann Mitglied werden. Das Gleiche gilt für Handwerker, Gewerbetreibende oder andere Firmen. Es reicht meist, einen einzigen Anteil zu erwerben. Oft sind dies 50 Euro wie bei den Volksbanken aus Konstanz, Osnabrück oder Kassel. Doch die Höhe eines Anteils schwankt je nach Geldhaus zwischen 5,00 Euro wie bei der Volksbank im Bergischen Land und 1500 Euro bei der Apobank (Deutsche Apotheker- und Ärztebank).

Geschäftsanteile zeichnen: Je nach Geschäftsverlauf schütten die Genossenschaftsbanken in der Regel im Frühjahr eine Dividende auf die gezeichneten Anteile aus. Drei bis vier Prozent waren dies in den vergangenen Jahren. Wer davon profitieren will, sollte sich eine Bank suchen, bei der man hohe Summen investieren kann. Bei der Berliner und der Rheingauer Volksbank sind dies jeweils 52000 Euro pro Person. Doch diese Institute lassen nur Menschen aus der Region als Kunden und Mitglieder zu. Anders ist das bei der Münchener Hypothekenbank, bei der man 70000 Euro investieren kann, oder der Raiffeisenbank im Hochtaunus (Meine Bank) mit 50000 Euro pro Person. Hier kann jeder Mitglied werden.

Banken erhöhen Anteile: Wegen steigender Eigenkapitalvorgaben haben viele VR-Banken in den vergangenen Jahren ihren Mitgliedern ermöglicht, deutlich mehr Geld zu investieren. Das war so bei den Volksbanken im Rheingau, Feldatal, RheinAhrEifel, Mittweida und der VR-Bank Niederbayern-Oberpfalz.

Dividenden kassieren: Satte zehn Prozent schüttet die Raiffeisenbank Elbmarsch seit vielen Jahren aus. Doch bei ihr kann man nur einen einzigen Anteil von 100 Euro zeichnen. Dieser Dividende von zehn Euro steht ein Höchstbetrag von 2100 Euro gegenüber, den jene Mitglieder der Münchener Hypothekenbank in diesem Jahr kassierten, die den Höchstbetrag von 70000 Euro gezeichnet hatten und darauf drei Prozent erhielten. Im vergangenen Jahr waren es sogar 4,75 Prozent. 3,0 Prozent spendierten die Berliner Volksbanker ihren Eigentümern, 2,5 Prozent die Raiffeisenbank im Hochtaunus (Meine Bank).

Sicherheit: Ein solches unternehmerisches Investment kann für Geldanleger als Beimischung interessant sein. Genossenschaftsanteile unterliegen zwar keiner Einlagensicherung wie Tages- oder Festgeld. Aber die Banken stützen sich im Ernstfall gegenseitig. Es hat auch noch nie eine Insolvenz einer VR-Bank gegeben. Stephanie Heise, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, sagt: „Die Risiken sind äußerst überschaubar.“ Man könne als potenzieller Bankmiteigentümer „relativ unbesorgt Anteile kaufen, erst recht, wenn die Zahl der Anteile begrenzt ist“.

Günstige Girokonten: Über die Dividende hinaus belohnen viele Volks- und Raiffeisenbanken ihre Mitglieder Monat für Monat, indem sie ihnen günstigere Girokonten im Vergleich zu den „normalen“ Kunden und Kundinnen anbieten. Bei der Vereinigten Volksbank Bramgau Osnabrück sinken die Kontoführungsgebühren von 7,99 auf 4,99 Euro im Monat. Die Volksbank Dresden-Bautzen verbilligt die Konten je nach Modell zwischen 1,00 und 3,00 Euro pro Monat. Bei der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte aus Ingolstadt sind es generell 2,00 Euro pro Monat. Einen gleich hohen Nachlass gibt die Münchner Bank ihren Mitgliedern für jedes Kontomodell. Und die Volksbank Darmstadt Mainz hält exklusiv für ihre Mitglieder günstigere Giro-Angebote bereit.

Weitere Preisnachlässe: Alle Genossenschaftsbanken halten für ihre Mitglieder ein ganzes Paket von finanziellen Vorteilen vor, das je nach Institut unterschiedlich ausgestaltet ist. Viele bieten eine kostenlose goldene Girocard an. Damit ist man Teilnehmer des MeinPlus Programms und genießt Vergünstigungen bei über 17000 Partnern vor Ort und überregional (Avis, Berge & Meer, Center Parcs, Hawesko usw.). Zudem gibt es günstigere Tarife beim Verbundpartner, der R+V Versicherung, Preisvorteile beim Ratenkredit Easycredit oder Zinsvergünstigungen bei Krediten von Schwäbisch Hall. Als Mitglied und Kunde sollte man jedoch auch beachten: Eine günstigere Police bei der R+V Versicherung muss nicht zwangsläufig das individuell beste Angebot auf dem Markt sein. Auf eine Beratung durch einen Versicherungsmakler oder Versicherungsberater sollte man nicht verzichten.

Große Unterschiede: Bei allen Vorzügen, die diese Banken und die Sparkassen vor Ort bieten: Wegen der Präsenz und der Beratung vor Ort müssen die regionalen Institute teurer sein als Direktbanken wie ING, DKB oder Consorsbank. Aber auch zwischen den einzelnen Volks- und Raiffeisenbanken gibt es beträchtliche Unterschiede. So verlangt die Kieler Volksbank von ihren Mitgliedern 11,90 Euro für ein Girokonto und die VR-Bank Coburg 9,50 Euro pro Monat. Die Raiffeisenbank im Hochtaunus (Meine Bank) und die VR Bank Westfalen Lippe hingegen bieten es gebührenfrei an. Die Volksbank Gera berechnet5,70 Prozent für den Dispo, die VR-Bank Landsberg-Ammersee hingegen 17,25 Prozent.

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