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Süße und salzige Leckereien im Kleinformat

Ingolstadt
erstellt am 07.06.2010 um 21:30 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 14:47 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Nein. Auch wenn so mancher Kunde, der die Mitte März eröffnete Patisserie und Chocolaterie "mundgerecht" im Ingolstädter Zehenthof betritt, dies meint: Der Film "Chocolat" mit Juliette Binoche und Johnny Depp in den Hauptrollen hat nicht den Ausschlag dafür gegeben, dass sich Katrin Elsler mit dem kleinen, aber feinen Geschäft selbstständig gemacht hat.
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Ingolstadt: Süße und salzige Leckereien im Kleinformat
Ernst Elsler bei der Herstellung von Eclairs. - Foto: Schmidl
Ingolstadt
Vielmehr hat die 26-Jährige, die seit ihrer frühen Schulzeit in Ingolstadt lebt, nach mehreren Jahren im Marketing und Vertrieb eines Münchner Verlags dort gekündigt und ist für fünf Monate nach Australien gegangen. Ein Besuch einer Chocolaterie in "Down Under" bedeutete schließlich eine Weichenstellung für ihr weiteres Leben.

Weit weg von Deutschland habe sie sich dort daran erinnert, dass gesunde Ernährung und die Zubereitung von Speisen quasi zu ihrer Erziehung gehörten, weil in ihrer Familie "schon immer gut gekocht und gebacken" worden sei. Kein Wunder, denn ihr Vater Ernst ist als gebürtiger Südtiroler nicht nur mit der italienischen Art des Genießens vertraut, sondern auch gelernter Konditor. Auch wenn er diesen Beruf zuletzt nicht mehr ausgeübt hatte.

Eine SMS seiner Tochter aus Australien sollte somit auch seinem Leben eine neue Richtung geben. Denn der Inhalt der SMS war die Frage, wie es aussehe mit der Eröffnung einer gemeinsamen Chocolaterie. Unnötig zu erwähnen, wie seine Antwort ausfiel. "mundgerecht" sagt alles darüber aus.

Sofort nach ihrer Rückkehr aus Australien vor ziemlich genau einem Jahr hat sich Katrin Elsler deshalb über ein Konzept für ihre Geschäftsidee gemacht. "Wir wollen anders und besonders sein", war laut ihr das Ausgangsstatement, das im wahrsten Sinn des Wortes noch verfeinert werden musste und auch wurde. "Small is beautiful" statt Massenware in großen Mengen, hieß dann bereits ein konkreteres Ziel der jungen Geschäftsinhaberin. "Klein, fein, unwiderstehlich, sündhaft köstlich" lautet nun schließlich das Motto der Manufaktur, die sowohl süße als auch salzige Leckereien im "mundgerechten" Kleinformat produziert.

Wenn Ernst Elsler jetzt Petits Fours, Teegebäck, Brownies, Mandelsplitter, Nougatpralinen, Windbeutel, Eclairs, Schokoladen und vieles mehr auf handwerkliche Art fertigt, ist es im übrigen jederzeit möglich, ihm dabei in der offenen Backstube über die Schulter zu schauen – ganz entspannt bei einer Tasse Cappuccino oder einem Glas Wein, die auch in dem Laden verkauft werden.

Ganz billig sind die Köstlichkeiten von "mundgerecht" freilich nicht. Die handwerkliche Herstellung und auch die qualitativ hochwertigen Rohstoffe wollen schließlich bezahlt sein. So verwendet Elsler für seine schokoladigen Kreationen ausschließlich reinsortige Grand-Cru-Kuvertüre aus dem Schweizer Traditionshaus Felchlin. Ansonsten setzt "mundgerecht" aber auf Produkte von Unternehmen aus Ingolstadt und Umgebung. Und noch ein Prinzip verfolgen die Elslers: Es gibt in ihrem Sortiment "nie etwas, was nicht gerade Saison hat". Deshalb, so die 26-Jährige, waren beispielsweise zum Muttertag keine Kreationen mit Erdbeeren im Angebot.

Knapp ein Vierteljahr nach der Eröffnung von "mundgerecht" zieht Katrin Elsler ein positives Fazit. "Bis jetzt läuft alles wie geplant", sagt sie. Das ganze Sortiment gehe recht gut, besonders gefragt seien die Petits Fours. Inzwischen kämen zahlreiche Stammkunden in die "kleine Wohlfühlwelt". Lediglich die Auftragsschiene sei noch "ein bisschen klein".

Aber darum will sich Katrin Elsler verstärkt nach ihrer Hochzeit Mitte Juni kümmern. Da kann und muss sich erst einmal ihr Vater austoben, damit er wie bei der Heirat ihres Bruders im Jahr 2008 wieder die Hochzeitsgesellschaft mit seinen Leckereien begeistert.

Danach stehen dann die Themen Catering, "Kaffeekränzchenservice" und "Konferenzraumbestückungsservice" ganz oben auf der süßen (oder auch salzigen) Tagesordnung.

Von Norbert Schmidl
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