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Mit einem Produktionsstandort in Münchsmünster soll Ingolstadt entlastet werden

Audi baut neues Werk

Ingolstadt
erstellt am 23.01.2012 um 09:00 Uhr
aktualisiert am 31.01.2012 um 00:44 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Audi wächst und wächst: Wie unsere Zeitung vorab aus Unternehmenskreisen erfuhr, baut der Autohersteller in Münchsmünster ein neues Werk. Ab Mitte 2013 sollen dort Karosserieteile und Fahrwerkkomponenten gefertigt werden. Rund 250 neue Jobs werden entstehen. Insgesamt sollen in dem Werk 900 Menschen arbeiten.
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Im Dezember vergangenen Jahres hat Audi in Münchsmünster (Landkreis Pfaffenhofen) ein 40 Hektar großes Grundstück gekauft – jetzt wurde bekannt, was dort passieren wird: Neben einem Presswerk soll auf dem Gelände eine Aluminium-Druckgießerei entstehen. Zunächst werden 27 Hektar der gesamten Fläche erschlossen. Die Grundstücke gehörten zuvor dem Chemie-Konzern Evonik und der Gemeinde Münchsmünster. Angeblich plant Audi den Kauf weiterer Flächen in der Umgebung, um für die Zukunft gerüstet zu sein.


 
Für Münchsmünster sprechen verschiedene Gründe. Ausschlaggebend ist vor allem, dass der Ingolstädter Standort – was die Produktion betrifft – langsam aber sicher an die Grenzen der Auslastung stößt. 583 000 Fahrzeuge wurden 2011 dort hergestellt, ein Rekord. Aber mehr als 600 000 will man dort auch nicht produzieren, heißt es seitens des Unternehmens. Allein die Produktion des neuen A3, der ab Mitte des Jahres gebaut wird, braucht doppelt so viel Fläche wie die des aktuellen Modells. Grund ist der hohe Platzbedarf beim Leichtbau.

Audi hat im Industriepark Münchsmünster ein rund 40 Hektar großes Gelände gekauft, um das Werk strukturell zu entlasten. Davon wird der Ingolstädter Automobilbauer zunächst etwa 27 Hektar erschließen. Neben einem Presswerk mit Transferpressen und Fertigungslinien für formgehärtete Karosserieteile sowie einer mechanischen Bearbeitung von Fahrwerkkomponenten wird dort ab 2013 eine Aluminium-Druckgießerei eröffnet.
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Mit dem Werk in Münchsmünster will sich Audi zudem ein neues Hochtechnologie-Zentrum auf dem Gebiet des Leichtbaus – bei Audi „Ultra“ genannt – schaffen. Der Leichtbau gehört zu den Kernkompetenzen des Autoherstellers, dieses Know-How will man nicht an Zulieferer abtreten. Produziert werden sollen am neuen Standort zum einen Gussteile wie Radnaben, Bremsscheiben und Radträger sowie Blech- und Warmformteile – und zwar für alle Baureihen. Etwa neun Millionen Teile sollen dort pro Jahr vom Band laufen.
 
Von Vorteil für die Logistik am Standort Münchsmünster ist laut Unternehmenskreisen die gute Bahnanbindung. Denn die hergestellten Teile werden an alle Produktionsstandorte des Unternehmens ausgeliefert. Außerdem wird durch die Auslagerung des Werks die sowieso schon angespannte Verkehrssituation rund um das Ingolstädter Werk nicht weiter verschärft. Auch Ingolstädter Mitarbeitern sei der Weg nach Münchsmünster zuzumuten. Zunächst sollen dort 600 Beschäftigte arbeiten – 250 davon sollen neu eingestellt werden. In der „Endausbaustufe“ 2020 sollen hier dann 900 Mitarbeiter Fahrzeugteile herstellen.
 
Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2013 soll die Fertigung der ersten Teile in Münchsmünster beginnen. Über die Höhe der Investitionen gibt es nur Spekulationen, es soll sich aber um eine Summe im Bereich von etwa 300 Millionen Euro handeln. Das neue Werk ist ein weiterer Baustein auf dem Weg zu Audis ehrgeizigem „Plan 2020“. Bis dahin will die Marke mit den vier Ringen zwei Millionen Autos jährlich produzieren.

 

Von Sebastian Peterhans
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