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Ingolstädter Media-Saturn-Holding soll Kern eines neuen Unternehmens werden Arbeitsplätze wohl nicht in Gefahr

Handelsriese Metro vor dem großen Umbruch

Düsseldorf
erstellt am 30.03.2016 um 20:36 Uhr
aktualisiert am 30.06.2016 um 14:03 Uhr | x gelesen
Düsseldorf/Ingolstadt (DK) Die Düsseldorfer Metro AG plant eine radikale Umstrukturierung. Demnach soll der Handelskonzern aufgespalten werden. Auch die Ingolstädter Handelskette Media-Saturn mit ihren rund Tausend Elektronikmärkten ist Bestandteil der Pläne.

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  • Wie sieht die voraussichtliche Umstrukturierung aus? Die Metro ist ein Konglomerat aus mehreren großen Handelsmarken - darunter die Supermarktkette Real, die Großhandelssparte Cash & Carry und Media-Saturn. Aus der derzeitigen Metro soll nun das Lebensmittel- und Großhandelsgeschäft ausgegliedert und in ein eigenes börsennotiertes Unternehmen überführt werden. Demnach würde in der heutigen Metro AG lediglich die Ingolstädter Media-Saturn GmbH verbleiben. Wer die beiden entstehenden Unternehmen leiten wird, steht bereits fest. Das geplante Unternehmen mit dem Schwerpunkt Großhandel soll der aktuelle Metro-Chef Olaf Koch leiten. Media-Saturn-Chef Pieter Haas wird das neue Elektronik-Unternehmen führen. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Metro ist aber noch lange nicht gefallen. Nach "intensiven Prüfungen werden Vorstand und Aufsichtsrat entscheiden", wie es gestern hieß. Bereits 2008 gab es ähnliche Pläne. Kochs Vorgänger Eckhard Cordes wollte damals unter anderem die Warenhaustochter Kaufhof verkaufen und Media-Saturn an die Börse bringen. Doch die Finanzkrise kam dazwischen.

 

 

  • Was bezweckt die Metro mit diesem Schritt? Ein Ziel der Aufspaltung der Geschäftsfelder der Metro AG ist laut einer Mitteilung ein beschleunigtes Wachstum der einzelnen Abteilungen. "Zwischen den Unternehmenssparten der Metro existieren nur wenige operative Überschneidungen", betonte Metro-Chef Koch gestern. Ein Festhalten an der bestehenden Struktur mache daher keinen Sinn mehr. "Somit ist es der nächste logische Schritt in der Transformation der Metro Group." Wie Koch gestern weiter betonte, könnten die neu entstehenden Unternehmen zudem "dynamischer und effizienter agieren". Die Folge seien Unternehmen, die sich noch stärker auf ihre jeweiligen Geschäfte konzentrieren würden. Auch Media-Saturn-Chef Pieter Haas begrüßte gestern die Pläne der Metro: "Ich sehe großes Potenzial, dass auf diese Weise verstärkt in Zukunftsthemen investiert werden kann", teilte er mit. Konkret wurde Haas dabei nicht. Besonders vorteilhaft sei aber, dass Media-Saturn zukünftig eine Mehrheitsgesellschafterin hätte, "die sich ausschließlich auf unsere Branche konzentriert und deren Kern der Aktivitäten wir wären".
 
  • Was bedeutet das für die Mitarbeiter in der Region? Schon länger habe man davor gewarnt, dass sich die Metro nach Düsseldorf entwickeln und Ingolstadt verlassen könne, sagte gestern ein Sprecher der Convergenta Invest GmbH, über die die Familie von Erich Kellerhals ihre Media-Saturn-Anteile hält. In der Tat werden die Zentralen den beiden neuen Unternehmen in Düsseldorf angesiedelt sein, wie die Metro gestern bestätigte. Aber: Das operative Geschäft der Media- Saturn GmbH wird weiterhin in Ingolstadt gelenkt - wenn auch unter einem neuen, bisher noch nicht bekannt gegebenen Namen. Andrea Koepfer, Sprecherin von Media-Saturn, schaut deshalb positiv in die Zukunft: "Am Standort Ingolstadt bleibt alles beim Alten", erklärte sie gestern auf Anfrage unserer Zeitung. In der Region würden infolge einer eventuellen Aufspaltung der Metro keine Stellen abgebaut. Im Gegenteil: "Wir rechnen sogar mit Wachstum", so Koepfer weiter. Damit bestätigt sie für die Region eine generelle Aussage von Metro-Chef Koch: "Wir werden in der Lage sein, mehr Beschäftigung zu ermöglichen."

 

  • Wie reagierten die Märkte auf die Ankündigung? Die Pläne der Metro scheinen an den Börsen gut anzukommen. Bereits gestern Mittag legten die Papiere der Metro AG um bis zu zehn Prozent zu. Und Konzernchef Koch machte den Anlegern Lust auf mehr: "Unsere Aktionäre würden durch die Spaltung Anteile an zwei hervorragend positionierten Marktführern erhalten." Die Pläne der Konzernspitze stehen und fallen letztlich auch mit dem Wohlwollen der drei Großaktionäre Haniel, Schmidt-Ruthenbeck und Beisheim. Wie der Konzern mitteilte, unterstützten sie das Vorhaben einer Aufspaltung in separate Unternehmen. Doch auch die Kleinanlager sollen an der Zukunftsgestaltung der Metro AG beteiligt werden. Auf der kommenden Hauptversammlung des Unternehmens sollen sie über die weitere Entwicklung abstimmen dürfen. ‹ŒKommentar Seite 2
Von Christian Tamm
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