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Beendigung des Gesellschafterstreits bei Elektronikkette hat jetzt Priorität

Ceconomy will rasch Frieden schließen

Düsseldorf
erstellt am 14.02.2018 um 19:23 Uhr
aktualisiert am 28.02.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Düsseldorf/Ingolstadt (DK) Die Elektronikkette Ceconomy (Media Markt, Saturn) und die Familie des im Dezember mit 78 Jahren verstorbenen verstorbenen Minderheitsaktionärs Erich Kellerhals wollen einen Schlussstrich unter den jahrelangen Streit ziehen und in Zukunft getrennte Wege gehen. "Es wird keine gemeinsame Zukunft geben", sagte Ceonomy-Chef Pieter Haas gestern bei der Hauptversammlung des MDax-Unternehmens in Düsseldorf.
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Düsseldorf: Ceconomy will rasch Frieden schließen
Ceconomy-Chef Pieter Haas will den seit Jahren schwelenden Gesellschafterstreit bei der Elektronikkette möglichst in diesem Jahr beilegen. ‹ŒArch - foto: Eberl
Düsseldorf

Darüber seien sich beide Seiten einig. Wie die Trennung genau erfolgen soll, darüber wolle man sich nun zügig verständigen.

Der Hintergrund: Kellerhals hatte sich beim Verkauf seiner Media-Markt-Mehrheit eine Beteiligung und weitgehende Vetorechte beim Nachfolgeunternehmen gesichert. In den vergangenen Jahren sah er sich jedoch durch den Mehrheitseigentümer Metro und die Unternehmensführung an den Rand gedrängt und kämpfte erbittert um sein Lebenswerk. Der Streit beschäftigte auch die Gerichte. Zuletzt wurde der Investor Clemens Vedder als Mediator eingeschaltet, um zu vermitteln. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters hatte Vedder erklärt, gegen Jahresende sei eine Mediationsvereinbarung einvernehmlich abgelaufen. Zu einer offiziellen Einigung kam es vor dem Tod von Kellerhals dann jedoch nicht mehr.

Beide Seiten wollen nun den seit Jahren schwelenden Gesellschafterstreit möglichst schnell beilegen. Aus strategischer Sicht stehe dieses Thema "ganz oben auf der Agenda" des Konzerns, sagte Haas. Direkt nach der Hauptversammlung werde man den Gesprächsfaden wieder aufnehmen. Ceconomy habe mit Kellerhals' Investmentfirma Convergenta "Vereinbarungen für einen offenen und konstruktiven Dialog getroffen". Im Raum steht der Vorschlag, dass Ceconomy der Convergenta die Beteiligung von etwa 20 Prozent an der Elektronikkette abkauft. Sie stellt einen Wert von etwa zwei Milliarden Euro dar.

Ceconomy steigerte im Geschäftsjahr 2016/17 den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozent auf 22,2 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (Ebit) kletterte um rund 6 Millionen auf 471 Millionen Euro. Die Anteilseigner sollen eine Dividende von 0,26 Euro je Stammaktie und 0,32 Euro je Vorzugsaktie erhalten, wie Ceconomy gestern mitteilte.

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