Mittwoch, 14. November 2018
Lade Login-Box.

Zu hohe Maklergebühren? Grüne fordern Kartellamts-Prüfung

Berlin/Bonn
erstellt am 12.09.2018 um 17:18 Uhr
aktualisiert am 19.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Wer eine Immobilie in Deutschland kauft, muss häufig tief in die Tasche greifen - aus Sicht der Grünen vielleicht zu tief. Denn die Maklergebühren seien viel zu hoch und entstünden „in kartellähnlichen Strukturen“, monierte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt.
Textgröße
Drucken
Courtage für Makler
In Deutschland liegt die Maklercourtage in der Regel bei 5 bis 6 Prozent (plus Mehrwertsteuer).
Marijan Murat
Berlin/Bonn

In einem Brief an das Bundeskartellamt hat die Fraktion nun eine Überprüfung der Sachlage gefordert. Besonders in Ballungsräumen gebe es keinen funktionierenden Preiswettbewerb bei den Provisionen, heißt es in dem Schreiben. Zuvor hatte das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ darüber berichtet.

In Deutschland liegt die Gebühr in der Regel bei 5 bis 6 Prozent (plus Mehrwertsteuer). Konkrete gesetzliche Vorgaben zur Höhe gibt es nicht. Wie aber kann es sein, dass die allermeisten Makler in einem Bundesland den gleichen Satz berechnen? Dieser Frage sollen die Wettbewerbshüter nun nachgehen.

In anderen europäischen Staaten ist es günstiger - in den Niederlanden und Großbritannien sind es den Angaben zufolge nur 1 bis 2 Prozent, in Schweden 1,5 bis 4,5 Prozent. In Zeiten, in denen die meisten Käufer ihre Immobilie sowieso selbst über das Internet finden, seien die Gebühren hierzulande „Abzocke“, sagte der wohnungspolitische Sprecher der Grünen, Chris Kühn.

Das Bundeskartellamt kann Sektoruntersuchungen einleiten, um eine Branche unter die Lupe zu nehmen - so geschehen etwa zur Milch- oder Abfallwirtschaft. Je nach Ergebnis könnten danach weitere Schritte folgen. Ein Sprecher der Wettbewerbshüter bestätigte den Erhalt des Briefes. Inhaltlich wollte er sich dazu noch nicht äußern.

dpa
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!