Mittwoch, 17. Oktober 2018
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Klare Worte bei Audi-Betriebsversammlung: Schichtstreichung vom Tisch

Ingolstadt
erstellt am 12.10.2018 um 14:37 Uhr
aktualisiert am 12.10.2018 um 22:21 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Deutliche Worte sind in der Betriebsversammlung der Dauernachtschicht Freitag früh bei Audi gefallen. Anlass war das Vorhaben der Unternehmensführung, eine Wechselschicht auf der A4/A5-Linie zu streichen. Werkleiter Albert Mayer hatte einen schweren Stand und musste sich Pfiffe anhören, ehe er mitteilte, dass "das vertraglich vereinbarte Schichtsystem in Ingolstadt beibehalten werde".
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Audi Produktion Q2
Wer einen der begehrten Ferienjobs in der Produktion (hier die Fertigung des Q2 am Standort Ingolstadt) bei der Audi AG haben will, muss mindestens 18 Jahre alt sein. Schließlich wird hier in drei Schichten gearbeitet. Auch wer in Fachgeschäften jobben will, muss einiges beachten. Jüngeren Schülern Nachhilfe zu geben, ist dagegen weniger streng geregelt.
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Deutliche Kritik kam laut Teilnehmern von Seiten des Betriebsrates. „Mit Ihrem Verhalten schüren Sie nur Ängste und Wut in der Mannschaft. Das lassen wir uns nicht gefallen“, sagte Jörg Schlagbauer laut Teilnehmern.

Der oberste IG-Metaller und stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei Audi warnte das Management davor, die Schichtstreichung juristisch durchzusetzen. „Wir können auch drohen. Dieser Gang kann zum jüngsten Gericht werden, wenn Sie nicht darüber nachdenken.“ An ein Missverständnis in der Kommunikation wolle er nicht glauben. „Das ist doch Pfiffkas“, rief er demnach den Mitarbeitern zu.

Diskussion um Schichtarbeit bei Audi

 

Am Mittag erschien dann eine Mitteilung im Audi-Intranet, in der er wie folgt zitiert wurde: „Wir haben bestehende Verträge zur Produktionsfahrweise und daran gilt es sich zu halten. Wenn das Unternehmen aufgrund massiver Veränderungen der Rahmenbedingungen erneut Handlungsbedarf sehen sollte, muss die Unternehmensleitung auf uns zukommen. Anders geht es gar nicht."

Werkleiter Mayer räumte in seinem Situationsbericht des Unternehmens laut Mitteilung ein, dass es sich bei der Fahrweisen-Kommunikation Anfang der Woche um Missverständnis gehandelt habe, was er bedauerte. Bei den Teilnehmern der Versammlung machte sich zumindest etwas Erleichterung breit. „Die harten Worte des Betriebsrats waren voll angebracht. Die Herren in der Unternehmensleitung können doch nicht alles mit uns machen. Ich hoffe, dass jetzt endlich mal wieder Ruhe einkehrt“, sagt ein Teilnehmer unserer Zeitung.
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