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22.09.2013 23:10 Uhr | x gelesen
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Historisches Debakel für die FDP


Berlin (DK) Ein Erdbeben hat die politische Landschaft in Deutschland erschüttert: Bei der Bundestagswahl triumphierten gestern CDU und CSU, für die zeitweise sogar die absolute Mehrheit in Reichweite schien. Ein historisches Debakel erlebte die FDP, die erstmals nicht mehr im Bundestag vertreten ist.


Die SPD legte leicht zu, Grüne und Linke verloren, die euro-kritische Alternative für Deutschland (AfD) scheiterte knapp an der Fünf-Prozent-Hürde.

 

Die Hochrechnungen sahen CDU und CSU bei 41,7 Prozent, was einem Plus von rund acht Prozentpunkten gegenüber 2009 entspricht. Die SPD legte um rund zweieinhalb Prozentpunkte zu und lag bei 25,6 Prozent. Erdrutschartige Verluste musste die FDP hinnehmen. Sie sackte um zehn Prozentpunkte auf nur noch 4,7 Prozent ab. Leichtere Verluste gab es für Grüne, die bei 8,3 Prozent landeten, und Linke, die sich auf 8,6 Prozent verschlechterten. Die eurokritische Alternative für Deutschland brachte es aus dem Stand auf 4,8 Prozent der Stimmen und scheiterte damit knapp an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 73 Prozent und damit etwas höher als 2009 (70,8 Prozent).

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach (CDU) unter dem Jubel ihrer Anhänger von einem „Super-Ergebnis“ und versicherte: „Wir werden damit verantwortungsvoll und sorgsam umgehen.“ Unionsfraktionschef Volker Kauder sagte: „Wir haben einen klaren Auftrag der Wähler, die Regierung zu bilden.“

Großen Anteil an dem Erfolg der Unionsparteien hatte die CSU, die laut Hochrechnungen in Bayern auf knapp 50 Prozent der Stimmen kam und damit ihr Ergebnis von der Landtagswahl vor Wochenfrist noch einmal deutlich übertraf. „Der Sieger des heutigen Abends steht fest: Das ist die Christlich-Soziale Union“, rief denn auch CSU-Chef Horst Seehofer den euphorischen Anhängern in der Münchner Parteizentrale zu. Die Union habe die besten Leute, das beste Programm und sei „die einzige Partei, die einen Regierungsauftrag hat“.

Endzeitstimmung herrschte angesichts des desaströsen Ergebnisses bei der FDP: „Es ist die traurigste Stunde in der Geschichte der Freien Demokratischen Partei“, sagte Parteichef Philipp Rösler. Spitzenkandidat Rainer Brüderle flüchtete sich in Durchhalteparolen: „Das ist nicht das Ende der Partei. Es wird schwieriger, aber die Arbeit wird weitergehen.“ Christian Lindner, Landesvorsitzender der FDP in Nordrhein-Westfalen, forderte Konsequenzen: „Ab morgen muss die FDP neu gedacht werden.“ Auch Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki sprach sich für einen radikalen Schnitt aus: „Jetzt müssen neue Kräfte ran, um die Partei neu aufzubauen.“

Enttäuschung herrschte auch bei SPD und Grünen: „Ja, wir haben zugelegt, aber wir haben mehr erwartet, keine Frage“, sagte SPD-Parteichef Sigmar Gabriel. Die Union habe einen großen Erfolg eingefahren, räumte er ein. Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin gestand die Niederlage seiner Partei ein. „Wir hatten zwei Ziele.“ Schwarz-Gelb sollte Rot-Grün weichen – und zwar mit gestärkten Grünen. „Beide dieser Ziele haben wir nicht erreicht, das ist bitter“, sagte Trittin. Persönliche Konsequenzen schloss er aus.

AfD-Chef Bernd Lucke sprach von einem „starken Ergebnis“. „Wir haben die Demokratie in Deutschland reicher gemacht.“ Er hoffe auf den Einzug in den Bundestag. Aber auch 4,9 Prozent seien ein großartiger Erfolg. Seite 2 bis 5 und 19 bis 21

 


Donaukurier
 
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