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Erneute Wahlschlappe für Trump und die Republikaner

erstellt am 14.03.2018 um 13:08 Uhr
aktualisiert am 22.05.2018 um 23:15 Uhr | x gelesen
Schlappe für Donald Trump und seine Partei bei einer Nachwahl zum Kongress: In einem bislang als Hochburg des US-Präsidenten und der Republikaner geltenden Bezirk in Pennsylvania hat sich ein knapper Sieg der oppositionellen Demokraten abgezeichnet.
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Schwerer Rückschlag für Donald Trump und seine Partei bei einer Nachwahl zum Kongress: In einem bislang als Hochburg des US-Präsidenten und der Republikaner geltenden Bezirk im Bundesstaat Pennsylvania hat sich ein möglicher Sieg des Kandidaten der oppositionellen Demokraten abgezeichnet. Unabhängig vo Ausgang ist schon das knappe Rennen für Trump und die Republikaner wie eine gefühlte Niederlage. Der Demokrat Conor Lamb
Schwerer Rückschlag für Donald Trump und seine Partei bei einer Nachwahl zum Kongress: In einem bislang als Hochburg des US-Präsidenten und der Republikaner geltenden Bezirk im Bundesstaat Pennsylvania hat sich ein möglicher Sieg des Kandidaten der oppositionellen Demokraten abgezeichnet. Unabhängig vo Ausgang ist schon das knappe Rennen für Trump und die Republikaner wie eine gefühlte Niederlage.
© 2018 AFP

Schwerer Rückschlag für Donald Trump und seine Partei bei einer Nachwahl zum Kongress: In einem bislang als Hochburg des US-Präsidenten und der Republikaner geltenden Bezirk im Bundesstaat Pennsylvania hat sich am Dienstagabend (Ortszeit) ein möglicher knapper Sieg des Kandidaten der oppositionellen Demokraten abgezeichnet. Unabhängig vom Ausgang kommt schon das enge Rennen für Trump und die Republikaner einer gefühlten Niederlage gleich.

Nach Auszählung von rund 99 Prozent der Stimmen lag der Demokrat Conor Lamb in dem Rennen um einen Sitz im US-Repräsentantenhaus laut dem Sender CNN mit der hauchdünnen Mehrheit von 641 Stimmen vor dem Republikaner Rick Saccone. Die Entscheidung hing von der noch ausstehenden Auszählung von Briefwahlstimmen ab.

Der 33-jährige Lamb, ein früherer Bundesanwalt und Offizier der Marineinfanterie, feierte bereits seinen Sieg: "Wir haben es geschafft." Kurz zuvor hatte Saccone gesagt, die Wahl sei noch nicht gelaufen. "Wir geben nicht auf", rief der 60-jährige Republikaner, bisher Mitglied des Regionalparlaments von Pennsylvania, seinen Anhängern zu.

Schon das knappe Rennen ist eine faustdicke Überraschung. Denn der früher von der Stahlindustrie dominierte Bezirk im Westen von Pennsylvania wird seit Jahren von den Republikanern dominiert und galt als "Trump Country". Trump hatte in dem Bezirk bei der Präsidentschaftswahl mit 20 Prozentpunkten Vorsprung gegen Hillary Clinton gewonnen.

Der Präsident hatte sich persönlich stark für Saccone engagiert und war zwei Mal in die Region gereist, zuletzt am Samstag. Auch wurde spekuliert, dass Trump den Zeitpunkt für die Verkündung der Strafzölle auf Stahl und Aluminium möglicherweise mit Blick auf die Nachwahl gewählt hatte.

An den Mehrheitsverhältnissen im Repräsentantenhaus würde ein Sieg Lambs zwar nichts ändern. Die Republikaner verfügen dort über eine klare Mehrheit von 238 der 435 Sitze. Doch wird der Wahl eine wichtige Signalwirkung für die allgemeine Kongresswahl im November zugeschrieben. Dann werden das gesamte Repräsentantenhaus und mehr als ein Drittel des Senats gewählt.

Lambs starkes Ergebnis in der Arbeiterhochburg stärkt die Hoffnungen der Demokraten, zumindest die Mehrheit im Repräsentantenhaus erobern zu können.

Um die Wähler in der weißen Arbeiterschaft nicht abzuschrecken, hatte es der Demokrat vermieden, den Präsidenten zu attackieren. Vielmehr unterstützte er Trumps Strafzölle und lehnte eine Verschärfung der Waffengesetze ab. Saccone wiederum knüpfte direkt an Trumps Kurs und Rhetorik an. Den Demokraten warf er vor, von "Hass" auf den Präsidenten, "unser Land" und "Gott" angetrieben zu sein.

Bei der Wahl ging es um ein Mandat, das durch den Rücktritt des republikanischen Abgeordneten Tim Murphy freigeworden war. Murphy war abgetreten, nachdem ihm eine Ex-Geliebte vorgeworfen hatte, von ihr eine Abtreibung verlangt zu haben.

Das nun knappe Rennen um die Nachfolge Murphys reiht sich in eine Serie von Wahlschlappen für Trump und die Republikaner ein.

Im Dezember war im Südstaat Alabama der ultrakonservative Ex-Richter Roy Moore bei einer Senatsnachwahl gegen den Demokraten Doug Jones unterlegen. Moore war in einen Skandal um die angebliche sexuelle Belästigung von Minderjährigen verwickelt. Im Südstaat Virginia hatten im November die Demokraten die Gouverneurswahl klar gewonnen und auch bei Wahlen zum Regionalparlament stark zugelegt.

Die Nachwahl in Pennsylvania zeigt nun, dass die republikanischen Kandidaten nicht unbedingt vom persönlichen Einsatz des Präsidenten profitieren. Trump verzeichnet knapp 14 Monate nach Amtsantritt weiter niedrige Zustimmungswerte. In seiner Regierung herrschen chaotische Verhältnisse, zahlreiche hochrangige Mitarbeiter seiner Regierung hat er entlassen oder sie traten zurück. Zuletzt gab Trump am Dienstag die Entlassung von Außenminister Rex Tillerson bekannt.

Washington (AFP)
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