Mittwoch, 19. September 2018
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Nach einem "Spiegel"-Bericht sollen nur vier "Eurofighter"-Jets der Bundeswehr voll einsatzfähig sein

Fehlende Dichtungen, zu wenig Raketen

Berlin
erstellt am 02.05.2018 um 19:05 Uhr
aktualisiert am 02.05.2018 um 22:44 Uhr | x gelesen
Berlin (DK) Mit unschöner Regelmäßigkeit macht die mangelnde Einsatzbereitschaft der "Eurofighter"-Kampfflugzeuge der Bundeswehr Schlagzeilen. Gestern berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf interne Unterlagen der Luftwaffe, derzeit könnten wegen fehlender Ersatzteile und Raketen nur zehn, beziehungsweise sogar nur vier der insgesamt 128 "Eurofighter" unbeschränkt in den Einsatz geschickt werden.
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Von Problemen verfolgt: Ein ?Eurofighter? beim Familientag im Airbus-Werk Manching.
Von Problemen verfolgt: Ein "Eurofighter" beim Familientag im Airbus-Werk Manching.
Bernd Heimerl
Berlin
Das ist Wasser auf die Mühlen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die gerade dafür kämpft, bei den Haushaltsberatungen mehr Geld für die Truppe herauszuschlagen. Ganz so schlimm, wie im "Spiegel" aktuell beschrieben, steht es um den "Eurofighter" aber wohl doch nicht. Nur vier wirklich einsatzbereite Maschinen? Dann wäre die Kapazität der Luftwaffe mit den beiden rund um die Uhr startbereiten Nato-Alarmrotten in Neuburg und in Niedersachsen bereits ausgebucht. Derzeit nehmen allerdings noch sechs Maschinen am "Green-Flag"-Manöver in den USA teil. Und im Herbst wird die Bundeswehr wieder für einige Monate die Nato-Luftraumüberwachung im Baltikum übernehmen. "Es sind 'Eurofighter' in ausreichender Zahl verfügbar, um alle aktuellen Anforderungen der Bundeswehr zu erfüllen", sagte ein Sprecher der Luftwaffe gestern gegenüber unserer Zeitung. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Verfügbarkeit der Jets sogar "leicht erhöht".

Trotzdem: Bis sich der Ersatzteil-Engpass beseitigen lässt, wird es noch dauern. Der vom "Spiegel" aufgegriffene Fall betrifft eine Dichtung am Selbstschutzsystem des Kampfjets. Diese komplexe Anlage soll den Piloten vor feindlichen Flugzeugen und Raketen warnen. Der Hersteller des Ersatzteils, eine britische Firma, kann offenbar aktuell nicht liefern. Das sei aber "eine kurzfristig lösbare Situation", versicherte ein Sprecher des "Eurofighter"-Herstellers Airbus gegenüber unserer Zeitung. Bleibt die Sache mit den Raketen. Laut "Spiegel" verfügt die Bundeswehr nur über "zwei Handvoll Luftkampfraketen" für den "Eurofighter" - gerade genug, um vier Maschinen zu bewaffnen. Welche Raketen gemeint sind, lässt der Bericht aber offen. Und die Bundeswehr sagt nichts zu den Waffenvorräten. Sollte es um die amerikanischen Amraam-Raketen gehen, gibt es dazu zumindest eine Zahl: Ende 2015 verfügte die Truppe demnach über 82 der Luft-Luft-Raketen, wie aus einer Antwort der Bundeswehr auf eine Bundestags-Anfrage heißt. Das ist nicht wirklich viel, aber doch mehr als "zwei Handvoll".
Johannes Greiner
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