Das ist in der Tat „inakzeptabel“ und ein „bedenklich hohes Niveau“, wie Innenminister Joachim Herrmann es bezeichnete.
Da ist es nur gut, wenn die Politik gegensteuert und etwa die Ausrüstung verbessert: Schutzhelme helfen Verletzungen vermeiden, Elektroschockpistolen halten Aggressoren auf Abstand und Körperkameras unterstützen bei der Aufklärung solcher Straftaten. All das mag gut und schön sein, aber viel  wichtiger noch erscheint die Ursachenbekämpfung. Die Wurzel des Übels liegt doch im zunehmenden Werteverfall in unserem Land. Achtung voreinander, Höflichkeit im Umgang mit anderen, Respekt vor dem Gegenüber und der Autorität – solche Dinge gehen vielfach verloren.  
 
„Jeder Angriff gegen unsere Polizisten ist ein Angriff gegen unsere Gesellschaft“, sagt Minister Herrmann. Gerade die Gesellschaft ist hier besonders gefordert, statt sich nur wieder hinter der Politik zu verschanzen. Wir brauchen umsichtige Eltern, die ihren Kindern Grenzen setzen und vorleben, was Anstand heißt, Lehrkräfte, die Autorität und Werte in der Klassengemeinschaft vermitteln, Mitmenschen, die ihre Augen auch auf andere richten und nicht nur auf sich oder aufs Handy. Gefordert sind alle!
 
Nicht zuletzt bedarf es einer starken Justiz, die Übergriffe gegen andere – ob nun Polizist oder nicht – deutlich bestraft. Wer sich nicht einzufügen weiß oder solche Dinge angeblich nicht kennt, weil er aus einem anderen Kulturkreis stammt, muss es eben auf die harte Tour lernen. Aggressives Verhalten und taktisches Reuegemurmel auf der Anklagebank haben keine  Milde verdient.