Wie gut die Netzabdeckung ist und wie zahlreich in Deutschland Funklöcher zu finden sind, war ein Problem einer kleinen, privilegierten Gruppe.

Das hat sich grundlegend geändert. Fast jeder ist im Besitz eines Smartphones, mit dem sich der Kontostand checken, der Weg finden und natürlich telefonieren lässt. Moderner Alltag. Ein flächendeckendes Mobilfunknetz muss daher in einem fortschrittlichen Land wie der Bundesrepublik zur lebensnotwendigen Infrastruktur gezählt werden - dicht hinter der Wasser- oder der Stromversorgung. Dass noch immer unzählige Weiler oder gar ganze Dörfer lediglich ein weißer Fleck auf der Mobilfunklandkarte sind, ist nicht mehr zeitgemäß.

Die Netzbetreiber haben freilich eine eigene Sicht der Dinge. Sie scheuen die hohen Kosten, die eine Anbindung weniger Haushalte ans Mobilfunknetz mit sich bringt. Dass Infrastrukturminister Andreas Scheuer den großen Anbietern nun das Versprechen abgerungen hat, doch endlich die letzten Löcher zu stopfen, ist ein Erfolg. Es ist aber peinlich, wenn sich die Betroffenen bis 2021 gedulden müssen. Scheuers Vorgänger Alexander Dobrindt hatte das Ende des Flickenteppichs bereits für heuer angekündigt.