Der Grund: So ziemlich jeder deutsche Geheimdienst rät dem Journalisten aus Sicherheitsgründen davon ab. Sogar die Bundesregierung hat sich eingeschaltet. Das allein muss zu denken geben.

Seppelt hatte ein staatlich gestütztes Dopingsystem rund um die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi aufgedeckt. In der Folge plante das Internationale Olympische Komitee den Ausschluss russischer Athleten von den Spielen 2018 in Pyeongchang. Letztlich dürften die meisten Sportler starten, aber nur unter neutraler Flagge.

Seither ist Seppelts Name in Russland nicht unbedingt positiv behaftet - was aus Sicht des Kreml verständlich sein mag. Doch dass ein Sportjournalist einem sportlichen Höhepunkt fern bleiben muss, da selbst Geheimdienste an seiner persönlichen Sicherheit zweifeln, ist verstörend. Die "Reporter ohne Grenzen" sehen Russland ohnehin nur auf Platz 148 von 180 Ländern in ihrem Ranking zur weltweiten Pressefreiheit - und damit noch hinter Krisenstaaten wie Afghanistan (118).

Auch die Fifa muss erneut kritisch hinterfragt werden. Der Weltfußballverband sollte alles dafür tun, damit Journalisten ohne Furcht über eines der wunderbarsten Ereignisse der Sportwelt berichten können. Denn bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar sind ähnliche Probleme zu befürchten. Die Fifa als Organisation mit Vorbildfunktion steht in der Pflicht und sollte bei der Vergabe künftiger Turniere ihr Augenmerk wieder verstärkt auf Aspekte wie Menschenrechte und Pressefreiheit legen.