Die Fahnder entdeckten zwei Kilogramm Cannabis in einem "Bunkerfahrzeug", das als Zwischenlagerung von Drogen dient. Außerdem beschlagnahmten die Beamten einen AMG-Mercedes, einen Kia-SUV, einen Porsche Panamera und 200000 Euro Bargeld.

Die Sicherheitsbehörden gehen jetzt offenbar systematisch gegen kriminelle arabische Clan-Mitglieder vor. Berlin atmet auf. Seit Jahren drangsalieren Mitglieder von 20 arabischen Familien die Hauptstadt, darunter 10 bis 15 Clans allein im Bezirk Neukölln. Bereits im Juli beschlagnahmte die Polizei 77 Immobilien der Familie R. im Wert von rund zehn Millionen Euro, darunter auch eine 6000 Quadratmeter große Kleingartenanlage im Berliner Süden. Mitgliedern der Großfamilie wird unter anderem der Raub der 100 Kilogramm schweren Goldmünze "Big Maple Leaf" im Wert von 3,75 Millionen Euro aus dem Bode-Museum zur Last gelegt. Und ein Clan-Mitglied steht wegen Mordes vor Gericht.

Ein Berliner Dauerbrenner ist neben den kriminellen Clan-Machenschaften die Kriminalität an Schulen. Die Täter kommen offen nachts, dringen in Schulen ein, hinterlassen Unrat, Scherben und zerstörte Toiletten. Oder sie attackieren Schüler oder Lehrer während der Unterrichtszeit. Bisher bietet der Bezirk Neukölln acht Schulen einen Sicherheitsdienst an. Schwere Vandalismusfälle gab es auch im gutbürgerlichen Lichtenrade. Nun folgt Tempelhof-Schöneberg, und richtet einen Sicherheitsdienst in der immer wieder auffälligen Spreewald-Schule ein. Die SPD auf Bezirksebene hatte sich bisher strikt dagegen ausgesprochen und wollte das Problem negieren. Das lag wohl auch daran, dass dieser Bezirk der SPD-Heimatbezirk des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller ist. Genützt hat diese Blockade-Haltung gar nichts, im Gegenteil: Die Schule ist jetzt bundesweit in den Schlagzeilen, weil die Schulleiterin wegen der Missstände entnervt kündigte.

Das Schuljahr begann für die 34000 Erstklässler am Montag wieder mal typisch für Berlin: Einige durften gleich auf Wandertag gehen, weil die Bauarbeiten in den Schulen noch nicht beendet waren. An fast 280 Schulen wurde während der Ferien gebaut und saniert. Doch erst im April wurde der 5,5-Milliarden-Euro-Schulbaufahrplan für die nächsten zehn Jahre vorgelegt - viele Monate später als angekündigt. Dieser Fahrplan war schon bei seinem Erscheinen Makulatur. Eine Schule beispielsweise stand im Plan mit einem Sanierungsbedarf von 13 Millionen Euro, fällig werden am Ende 35 Millionen Euro.

Skandalös ist der Lehrermangel, von dem alle Bundesländer betroffen sind. Die Zahl der Berliner Lehrkräfte stieg zwar zum neuen Schuljahr von 33090 auf 33960. Aber nur jeder Dritte der eingestellten Pädagogen hat auf Lehramt studiert, die anderen sind Quereinsteiger oder Bewerber "ohne volle Lehrbefähigung". Die verkorkste Berliner Schulpolitik, die sich seit Jahrzehnten von einer Reform zur nächsten hangelt, die nicht in der Lage ist, neue Schulen zu bauen, während die Leistungen in den Brennpunktschulen ungenügend bleiben, wird dadurch nicht besser. Die Situation ist in Berlin im Vergleich zu anderen Bundesländern aber besonders dramatisch.

Der Zuzug hat die Stadt in wenigen Jahren um 200000 Menschen wachsen lassen; bis 2025 wird die Zahl von derzeit 360000 Schülern an allgemeinbildenden Schulen um ein Viertel zunehmen und 53 000 zusätzliche Plätze nötig sein. Das ist eine gewaltige Dimension, um die es geht. Berlin war erfolgreich, Pädagogen aus anderen Bundesländern mit hohen Einstiegsgehältern anzuwerben. Denn die Verbeamtung ist in der Hauptstadt seit 2004 abgeschafft. Aber ohne Quereinsteiger geht es eben nicht. Allerdings sollten die ausgerechnet nicht genau dort eingesetzt werden, wo man die besten Pädagogen bräuchte: an Problemschulen in sozialen Brennpunktgebieten.