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Nach den USA eröffnet auch Guatemala neue Botschaft in Jerusalem

erstellt am 16.05.2018 um 12:15 Uhr
aktualisiert am 22.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Der mittelamerikanische Staat Guatemala ist dem Beispiel der USA gefolgt und hat seine Botschaft in Israel nach Jerusalem verlegt. Präsident Morales nahm am Mittwoch persönlich an der Einweihung der Vertretung in Jerusalem teil.
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Der mittelamerikanische Staat Guatemala ist dem Beispiel der USA gefolgt und hat seine Botschaft in Israel nach Jerusalem verlegt. Morales und Netanjahu mit Ehefrauen
Der mittelamerikanische Staat Guatemala ist dem Beispiel der USA gefolgt und hat seine Botschaft in Israel nach Jerusalem verlegt.
© 2018 AFP

Der mittelamerikanische Staat Guatemala ist dem Beispiel der USA gefolgt und hat seine Botschaft in Israel nach Jerusalem verlegt. Präsident Jimmy Morales nahm am Mittwoch persönlich an der Einweihung der Vertretung in einem Bürogebäude in Jerusalem teil, auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu war als Gast dabei. Er hatte die Entscheidung Guatemalas begrüßt und einen Besuch in dem Land in Aussicht gestellt.

"Sie haben immer zu den ersten gehört", sagte Netanjahu bei der Zeremonie zu Präsident Morales. Guatemala sei nach der Staatsgründung am 14. Mai 1948 das zweite Land gewesen, das den neuen Staat Israel anerkannt habe. In Jerusalem und vielen anderen israelischen Städten gebe es daher eine Guatemala-Straße, "weil wir nicht vergessen, wer unsere Freunde sind, und Guatemala ist unser Freund", sagte Netanjahu.

"Vor 70 Jahren haben wir entschieden, Israel zu unterstützen und mit ihm befreundet zu sein", bekräftigte Morales. Israel, Guatemala und die USA seien "drei Freunde, die ihre Freundschaft, ihren Mut und ihre Loyalität zeigen". Zu den Gästen der Einweihungsfeier zählte auch der US-Botschafter David Friedman.

Guatemala ist nun das zweite Land nach den USA, das seine Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt hat. Die USA hatten diesen Schritt am Montag vollzogen. Die Eröffnung der US-Botschaft wurde von blutigen Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen begleitet. Dutzende Palästinenser wurden dabei getötet und mehr als 2400 verletzt.

Am Mittwoch zog die palästinensische Autonomiebehörde ihre Botschafter aus vier EU-Staaten ab, die Repräsentanten zu einer Feier anlässlich der Botschaftsverlegung im israelischen Außenministerium entsandt hatten. Betroffen sind Österreich, Tschechien, Ungarn und Rumänien. Die Bundesregierung hatte niemanden zu dem Empfang geschickt.

Der endgültige Status Jerusalems ist einer der größten Streitpunkte im Nahost-Konflikt. Die Palästinenser beanspruchen den 1967 von Israel besetzten und 1980 annektierten Ostteil Jerusalems als künftige Hauptstadt des von ihnen angestrebten eigenen Staates. Israel beansprucht ganz Jerusalem als Hauptstadt.

Wegen des ungeklärten Status der Stadt galt es bislang als diplomatischer Konsens, dass ausländische Staaten ihre Botschaft nicht in Jerusalem ansiedeln. Dadurch sollte vermieden werden, Jerusalem vor einer endgültigen Friedensregelung als alleinige Hauptstadt Israels anzuerkennen. US-Präsident Donald Trump brach mit diesem Konsens. Bis Ende Mai will auch Paraguay seine Botschaft nach Jerusalem verlegen.

In Guatemala hatte die Botschaftsverlegung auch Kritik ausgelöst. Viele Guatemalteken sehen darin ein Faustpfand, um Hilfen der USA zu erhalten. Morales werden zudem religiöse Motive unterstellt: Er ist - wie ein großer Teil der Bevölkerung - evangelikaler Christ. Die Evangelikalen sind traditionell wichtige Unterstützer Israel: Sie wollen, dass die Juden ihren Tempel in Jerusalem wieder aufbauen - als Voraussetzung für die Rückkehr von Jesus Christus.

Auch hinter der Verlegung der US-Botschaft standen Evangelike wie Vizepräsident Mike Pence. Trump hatte ihnen die Botschaftsverlegung im Wahlkampf versprochen.

Jerusalem (AFP)
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