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Pflegebeauftragter will mit Geldprämien Fachkräfte gewinnen

erstellt am 17.05.2018 um 13:29 Uhr
aktualisiert am 24.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Mit Geldprämien will der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Westerfellhaus, dem Personalnotstand in der Pflege beikommen. Pflegefachkräfte, die in den Beruf zurückkehren oder ihre Arbeitszeit spürbar aufstocken, sollen eine Prämie von 5000 Euro erhalten.
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Mit Geldprämien will der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Westerfellhaus, dem Personalnotstand in der Pflege beikommen. Pflegefachkräfte, die in den Beruf zurückkehren oder ihre Arbeitszeit spürbar aufstocken, sollen eine Prämie von 5000 Euro erhalten. Geldprämien gegen Pflegermangel
Mit Geldprämien will der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Westerfellhaus, dem Personalnotstand in der Pflege beikommen. Pflegefachkräfte, die in den Beruf zurückkehren oder ihre Arbeitszeit spürbar aufstocken, sollen eine Prämie von 5000 Euro erhalten.
© 2018 AFP

Mit Geldprämien will der Pflegebeauftragte Andreas Westerfellhaus dem Personalnotstand in der Pflege beikommen. Fachkräfte in Heimen und Kliniken, die in den Beruf zurückkehren oder ihre Arbeitszeit spürbar aufstocken, sollten eine Prämie von bis zu 5000 Euro erhalten, sagte Westerfellhaus der "Rheinischen Post" vom Donnerstag. Der Vorschlag stieß auf ein geteiltes Echo. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, er sei "Bestandteil der Gesamtschau" zum Thema Pflege.

"Ich will die Vertrauenskrise in der Pflege beenden", sagte der Pflegebeauftragte der Bundesregierung. "Die Pflegekräfte müssen spüren, dass wirklich etwas geschieht, um die dramatische Personalsituation in Pflegeeinrichtungen und Kliniken zu verbessern."

Die Vorschläge würden der "Rheinischen Post" zufolge im ersten Jahr rund 570 Millionen Euro und rund 345 Millionen Euro in den Folgejahren kosten. Die Prämie soll demnach steuerfrei gezahlt werden. Auch Azubis sollen profitieren.

"Pflegefachkräfte, die direkt nach ihrer Ausbildung in eine Festanstellung gehen, sollen eine Prämie von 3000 Euro erhalten", sagte Westerfellhaus. "Parallel müssen wir die Arbeitsbedingungen in der Pflege so verbessern, dass Prämienzahlungen danach nicht mehr notwendig sind."

Auch Betreiber von Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, die zusätzlich Fachpersonal einstellen, sollen dem BEricht zufolge pro Kopf eine Prämie von 3000 Euro erhalten. "Das gibt auch für Arbeitgeber einen Anreiz, ihr Fachpersonal tatsächlich aufzustocken", sagte Westerfellhaus.

Gesundheitsminister Spahn sagte, der Vorschlag werde eingebracht in die von der großen Koalition vereinbarte "Konzertierte Aktion Pflege", die bald mit den Berufsverbänden starte. Er fügte hinzu, dass die Frage der Rückkehrer in den Beruf und die Aufstockung von Arbeitszeit wichtige Punkte seien.

Zunächst will der Minister wie bereits angekündigt mit einem Sofortprogramm mindestens 13.000 Stellen zusätzlich schaffen. "Jede vollständige Altenpflegeeinrichtung soll im Rahmen des Sofortprogramms profitieren", zitierte das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Freitagsausgaben) aus einem Maßnahmenkatalog Spahns. Demnach sollen Heime mit bis zu 40 Bewohnern jeweils eine halbe Stelle zusätzlich erhalten, Einrichtungen mit 41 bis 80 Einwohnern eine volle Stelle, in größeren wären es 1,5 Stellen zusätzlich.

Lob für den Prämienvorschlag von Westerfellhaus kam unter anderen von SPD, Grünen und dem Paritätischen Gesamtverband. "Das steht zwar nicht im Koalitionsvertrag. Wir werden den Vorschlag aber wohlwollend prüfen", sagte der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach der "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe). In anderen Ländern seien bereits gute Erfahrungen mit Prämien-Modellen gemacht worden.

Die Grünen-Sprecherin für Pflegepolitik, Kordula Schulz-Asche, begrüßte den "schnellen Vorschlag" des Pflegebeauftragten. Allerdings dürften aktive Pflegerinnen und Pfleger nicht vergessen werden.

Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, mahnte, um den Pflegenotstand konsequent anzugehen, "müssen aber noch dicke Bretter gebohrt werden". "Eine Finanzspritze verbessert noch nicht die Arbeitsbedingungen in der Pflege."

Kritik kam von der Arbeiterwohlfahrt (AWO). "Der Fachkräftemangel in der Pflege lässt sich nicht mit einmaligen Geldgeschenken bekämpfen", erklärte der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warf Westerfellhaus vor, mit "Sprechblasen" Pflegekräfte und Öffentlichkeit zu verunsichern. Die pflegepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Nicole Westig, kritisierte: "Für Pflegerinnen und Pfleger, die ihrem Beruf trotz schwieriger Arbeitsbedingungen die Treue gehalten haben, gibt es solche Wohltaten nicht."

Berlin (AFP)
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