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Witwe des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo in Berlin eingetroffen

erstellt am 10.07.2018 um 16:10 Uhr
aktualisiert am 17.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Liu Xia, chinesische Dichterin und Witwe des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo, ist am Dienstag in Deutschland eingetroffen. Liu Xia landete am Nachmittag auf dem Flughafen Berlin-Tegel, wie ein AFP-Fotograf berichtete.
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Liu Xia, chinesische Dichterin und Witwe des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo, ist am Dienstag in Deutschland eingetroffen. Liu Xia landete am Nachmittag auf dem Flughafen Berlin-Tegel, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Liu nach ihrer Ankunft in Berlin-Tegel
Liu Xia, chinesische Dichterin und Witwe des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo, ist am Dienstag in Deutschland eingetroffen. Liu Xia landete am Nachmittag auf dem Flughafen Berlin-Tegel, wie ein AFP-Fotograf berichtete.
© 2018 AFP

Vorläufiges Ende einer langen Leidenszeit für Liu Xia: Die chinesische Dichterin und Witwe des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo ist am Dienstag in Deutschland eingetroffen. Liu Xia landete am Nachmittag auf dem Flughafen Berlin-Tegel, wie AFP-Reporter berichteten. Die Ausreise der seit acht Jahren unter de-facto-Hausarrest stehenden 57-Jährigen wurde von Freunden und Aktivisten begrüßt.

Am Flughafen wurde Liu Xia von dem im Berliner Exil lebenden chinesischen Schriftsteller Liao Yiwu und der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller empfangen. Die beiden riefen Lius Namen, als sie das Flugzeug verließ und in einen schwarzen Kleinbus stieg, ohne mit den wartenden Journalisten und Aktivisten zu sprechen.

Die Dichterin war am Vormittag von Peking ins finnische Helsinki geflogen, von wo aus sie nach Deutschland weiterreiste. Nach Angaben des chinesischen Außenministeriums verließ sie die Volksrepublik "auf eigenen Wunsch" zur medizinischen Behandlung. Freunden zufolge leidet sie unter schweren Depressionen.

Seit der Verleihung des Friedensnobelpreises an ihren Mann im Jahr 2010 war Liu Xias Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt, sie stand unter ständiger Bewachung - ohne je eines Verbrechens beschuldigt worden zu sein. Erst in der vergangenen Woche habe sie einen Reisepass ausgehändigt bekommen, berichtete ein Freund.

Ihr Mann Liu Xiaobo war im Juli vergangenen Jahres an Leberkrebs gestorben. Er war Mitglied der Demokratiebewegung auf dem Pekinger Tiananmen-Platz 1989 und Mitverfasser der Charta 08 für demokratische Reformen. Er wurde 2008 inhaftiert und 2009 wegen "Subversion" zu elf Jahren Haft verurteilt. Bis zuletzt verweigerten ihm die chinesischen Behörden eine medizinische Behandlung im Ausland.

Am Freitag, dem Jahrestag seines Todes, ist in Berlin eine Gedenkkundgebung für Liu Xiaobo geplant.

Die deutsche Botschaft hatte seiner Witwe Liu Xia im April Hilfe für eine Aufnahme in der Bundesrepublik angeboten. Lange Zeit hatte Peking die Aufhebung des de-facto-Arrests abgelehnt.

Die Ausreise der Dichterin fällt mit dem Besuch von Chinas Ministerpräsident Li Keqiang in Berlin zusammen. Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums sagte, es gebe keinen Zusammenhang mit dem Treffen Lis mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Liu Xia gilt als gesundheitlich angeschlagen. 2014 hatte sie nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation einen Herzanfall erlitten, nachdem bei ihr eine Depression diagnostiziert worden war.

Freunde und Aktivisten begrüßten Liu Xias Ausreise. Schriftsteller Liao Yiwu schrieb vor ihrer Ankunft im Kurzbotschaftendienst Twitter: "Ich bin so so so glücklich! Endlich, endlich kommt Xia heute!!" Die Organisation Reporter ohne Grenzen erklärte: "Ihre Ausreise war längst überfällig."

In Hongkong applaudierten Demokratie-Aktivisten der Dichterin eine Minute lang, bevor sie eine Schweigeminute zu Ehren ihres verstorbenen Mannes abhielten. Der Aktivist Leung Kwokhung äußerte die Hoffnung, dass die Freilassung Liu Xias ein Signal für eine bessere Behandlung von Dissidenten in China sein könnte. Gleichzeitig äußerte er Besorgnis über die Sicherheit ihrer in China verbliebenen Familie.

Auch die Grünen-Menschenrechtsexpertin Margarete Bause begrüßte die Ausreise, erinnerte aber auch an zahlreiche andere Gefangene in China. "Lius Freilassung muss ein Ansporn sein, weiterhin mit Nachdruck für all diejenigen einzutreten, die weniger prominent oder bekannt sind", erklärte Bause.

Berlin (AFP)
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