Nationalspieler seit 2010
Kommentar: Warum Thomas Müllers DFB-Rücktritt so schmerzvoll ist

10.07.2024 | Stand 10.07.2024, 20:08 Uhr |

Stunde des großen Sieges: 2014 wurden Thomas Müller und die DFB-Elf Weltmeister. Foto: Imago Images

Der Abschied von Thomas Müller wiegt aus sportlicher Sicht nicht so schwer wie jener von Toni Kroos. Aber er schmerzt die Fans, weil sie mit dem – im positivsten Sinne – unberechenbaren 34-Jährigen ihre wohl größte Identifikationsfigur der vergangenen knapp 15 Jahre verlieren.



Unvergessen, wie der damalige Argentinien-Coach Diego Maradona den lockeren Jungspund Müller bei der PK zu dessen Länderspieldebüt im März 2010 gegen die „Albiceleste“ nicht erkannte. Vier Monate später wusste Maradona genau, wer Müller ist, als er und seine Kollegen Argentinien im WM-Viertelfinale beim 4:0 schwindlig spielten.

Thomas Müller brüllte: „Weltmeister samma! Den Pott hamma!“

Unvergessen bleibt zudem, wie Müller nach einer großen Partynacht in Rio 2014 ins Mikrofon einer kolumbianischen Reporterin brüllte: „Weltmeister samma! Den Pott hamma!“ Ja, Müller war auch im DFB-Dress ein Spaßvogel, aber kein Blödel: Wenn’s nicht lief (siehe WM 2018 und 2022, EM 2021), ging er mit seinen Kollegen und sich hart ins Gericht.



Sportlich, das ist Müller bewusst, haben ihn Youngster wie Jamal Musiala und Florian Wirtz längst überholt. Dennoch verstand er es, sich bei der EM als Ergänzungsspieler einzugliedern. Weil er nicht nur begriffen hat, wie Fußball geht, sondern auch, wie ein Team funktioniert.