Streit um Corona-Regeln
Nach „Schwachsinn“-Geständnis: Rücktritt von Lauterbach gefordert

10.02.2023 | Stand 17.09.2023, 3:23 Uhr |

Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, ist nach seinem Auftritt bei Markus Lanz in die Kritik geraten. −Foto: dpa

Nach Karl Lauterbachs Auftritt bei Markus Lanz: FDP-Vize Wolfgang Kubicki legt dem Bundesgesundheitsminister einen Rücktritt nahe.

„Einen ehrenvollen Rücktritt würde Karl Lauterbach niemand vorwerfen“, schrieb Kubicki am Freitag auf seiner Facebook-Seite. In dem Eintrag kritisierte der stellvertretende Bundestagspräsident die Corona-Politik der vergangenen drei Jahre scharf. Diese habe besonders bei Kindern und Älteren versagt. Kindern seien mit bewusster Angsterzeugung Lebenschancen genommen worden, Ältere in Altenheimen seien menschenunwürdig behandelt worden.

„Karl Lauterbach war einer derjenigen, die daran mitgewirkt haben, kritische wissenschaftliche Stimmen auszugrenzen, Panik selbst zu schüren und die Grenzen des Verfassungsstaates zu verschieben“, schreibt Kubicki weiter. „Wenn er meint, jetzt mit einer „Schwamm-drüber-Mentalität“ zur Tagesordnung übergehen zu können, dann wäre das für den demokratischen, rechtsstaatlichen und sozialen Aufarbeitungsprozess fatal.“

Karl Lauterbach: Manche Corona-Maßnahmen waren „Schwachsinn“



Kubicki bezog sich auf Lauterbachs Auftritt in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ am Donnerstagabend. Dort hatte der Minister im Rückblick selbst erneut Teile der Corona-Politik kritisiert. „Was Schwachsinn gewesen ist, wenn ich so frei sprechen darf, sind diese Regeln draußen“, sagte er und bezog sich etwa auf das zeitweise ausgesprochene Verbot, ohne Maske joggen zu gehen.

Lauterbach sagte aber auch: „Wenn wir die Maßnahmen nicht gemacht hätten (...) wir hätten es einfach laufen lassen (...), dann wären in Deutschland ungefähr eine Million Menschen gestorben an Corona.“ Kubicki warf ihm vor zu versuchen, mit Unwahrheiten, „sein Restrenommee“ zu retten.

− dpa