Tragödie auf Mallorca
Lokal-Einsturz am Ballermann: Zweifache Mutter (31) aus dem Saarland unter Todesopfern

26.05.2024 | Stand 27.05.2024, 6:02 Uhr

Vier Menschen starben beim Einsturz eines Restaurants auf Mallorca. Eines der Opfer kommt aus dem Saarland. − Foto: Clara Margais/dpa

Vier Menschen starben beim Einsturz eines Restaurants auf Mallorca. Eines der Opfer – eine Mutter zweier Kinder – kommt aus dem Saarland.



Eines der Todesopfer des Restaurant-Einsturzes auf Mallorca ist eine Frau aus dem Saarland. Ein Sprecher des Lagezentrums der Polizei in Saarbrücken bestätigte am Sonntag entsprechende Medienberichte. Die 31-Jährige aus Marpingen im Landkreis St. Wendel sei bei dem Unglück am Donnerstagabend ums Leben gekommen, sagte der Sprecher. Die Frau sei Mutter zweier Kinder. Weitere Einzelheiten nannte der Sprecher nicht. Die spanische Polizei hatte das Alter der Frau zunächst mit 30 angegeben.

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Der „Medusa Beach Club“ an der bei Touristen beliebten Playa de Palma auf der spanischen Mittelmeerinsel war am Donnerstagabend plötzlich eingestürzt. Der erste Stock sei dabei bis zum Keller eingebrochen, berichteten mehrere Medien unter Berufung auf Augenzeugen. Die Feuerwehr ging nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass die Dachterrasse überlastet war. Nach Angaben der Behörden gab es bei dem Unglück drei weitere Todesopfer: eine 20 Jahre alte Deutsche, eine 23-jährige Spanierin und ein 44-jähriger Senegalese.

Gegen Massentourismus: Kundgebung nach Restaurant-Einsturz



Unter dem Eindruck des Restaurant-Einsturzes stand eine Kundgebung am Samstagabend. Anwohner sind überzeugt, viele Gebäude des Gebiets seien nicht geeignet für den Massentourismus. Es gebe zudem kaum Kontrollen der Behörden, klagte Carmen Nogueira, Präsidentin des Nachbarverbandes AAVV Playa de Palma. „Wäre das Unglück um Mitternacht passiert, hätte es 200 Tote gegeben.“

„Tourists go home!“, „Touristen, geht heim!“, schrien die Menschen immer wieder, als sie in Palma an Terrassen voller ausländischer Gäste vorbeizogen. Tausende protestierten auf Mallorca gegen Massentourismus. Unter dem Motto „Sagen wir Basta!“ und „Mallorca steht nicht zum Verkauf!“ gingen am Samstagabend nach Polizeischätzung rund 10.000 auf die Straße. Die Organisatoren sprachen von 25.000 Teilnehmern.

In einem waren sich aber alle einig: Es war ein „historischer“ Protest, wie die Regionalzeitungen „Diario de Mallorca“ und „Última Hora“ schrieben. Es sei eine der größten Kundgebungen, die es jemals auf Mallorca gegeben habe, hieß es.

− dpa/kl