Mancherorts schon Neujahr
Jahreswechsel 2024: So ist Silvester in diesem Jahr in Deutschland und der Welt

31.12.2023 | Stand 01.01.2024, 6:19 Uhr |

In Sydney fand der Jahreswechsel bereits um 14 Uhr deutscher Zeit statt. − Foto: Dan Himbrechts/dpa/AAP

Berlin kündigt der Bürgermeister eine „Nacht der Repression“ an, wenn es nötig sei. An manchen Orten ist bereits 2024. Nach dem Terroralarm in Köln gibt es Festnahmen. Und Dänemarks Königin überrascht am Abend alle.



Angespannt geht Deutschland in die Silvesternacht. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner kündigte am Sonntagabend ein hartes Vorgehen bei Randale an. „Heute ist die Nacht, wenn„s denn notwendig ist, die Nacht der Repression, wo der Rechtsstaat sich versuchen wird, durchzusetzen“, sagte der CDU-Politiker beim Besuch einer Polizeiwache in Berlin-Neukölln. In der Silvesternacht vor einem Jahr hatte es bundesweit Ausschreitungen und Angriffe auf Polizisten und Rettungskräfte gegeben, besonders betroffen war Berlin.

Vielerorts sind die Neujahrsfeierlichkeiten überschattet von den Verwerfungen rund um die Kriege im Gazastreifen und in der Ukraine. In vielen Großstädten weltweit gelten aus Sorge vor Anschlägen verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Nach dem Terroralarm für den Kölner Dom wurden am Sonntag drei weitere Verdächtige festgesetzt.

Eine große Überraschung ganz anderer Art gab es in Dänemark: Königin Margrethe (83) kündigte in ihrer Neujahrsansprache an, Mitte Januar, am Tag ihres 52. Thronjubiläums, zugunsten ihres Sohnes Frederik (55) abzudanken.

Australien, China, Südkorea haben schon 2024

In weiten Teilen der Welt begann 2024 schon Stunden vor der deutschen Mitternacht. In Sydney erleuchtete vor der weltberühmten Kulisse von Harbour Bridge und Opernhaus um 14 Uhr MEZ eine Mega-Lichtershow den Himmel. Bis zum deutschen Abend war dann auch schon in Japan, Südkorea, Singapur, Taiwan, China, Indien und Dubai das Jahr 2024.

Mehr Verdächtige in Gewahrsam nach Kölner Terroralarm

In Köln sagte der Polizeipräsident bei einer Pressekonferenz, der mutmaßlich geplante Anschlag habe mit einem Auto verübt werden sollen. Es habe sich herausgestellt, dass der schon an Heiligabend in Gewahrsam genommene Tadschike Teil eines größeren Netzwerkes sei. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte, die etwa 1000 Polizisten, die an Silvester rund um den Dom im Einsatz seien, täten alles, um die Sicherheit der Feiernden zu gewährleisten. Die Polizei hatte Hinweise auf einen geplanten Islamisten-Anschlag auf den Kölner Dom erhalten, der sich auf Silvester bezog. Unter massivem Polizeischutz zelebrierte Kardinal Rainer Maria Woelki dann am Sonntagabend die gut besuchte Silvester-Messe.

Silvester von Hochwasserkatastrophe beeinträchtigt



Für viele Menschen in den Hochwassergebieten fiel die Silvesterparty diesmal buchstäblich ins Wasser. Die Innenministerin des schwer getroffenen Bundeslandes Niedersachsen, Daniela Behrens, rief wegen der angespannten Hochwasserlage dazu auf, zurückhaltend mit Silvesterfeuerwerk umzugehen. Die Feuerwehren und Rettungsdienste seien genug beschäftigt, sagte die SPD-Politikerin in Verden.

Berlin ist im „Ausnahmezustand Silvester“

Mit einem Großaufgebot bereiteten sich Polizei und Feuerwehr in Berlin vor. Laut Polizeipräsidentin Barbara Slowik war es in der Hauptstadt einer der größten Einsätze in den vergangenen Jahrzehnten.

Als besonders gefährlich stellte sich auch wieder privates Feuerwerk heraus. Die Berliner Polizei teilte etwa mit, ein 40-Jähriger habe beim Zünden einer Signalrakete im Ortsteil Kaulsdorf eine Hand verloren. Unmittelbar nach der Zündung sei die Rakete in seiner Hand explodiert. Bei einer Durchsuchung sei weitere Pyrotechnik bei ihm gefunden und beschlagnahmt worden. Auch erste Angriffe auf Einsatzkräfte und Passanten wurden in Berlin schon bekannt.

Vor der ohnehin in Berlin immer unruhigen Silvesternacht hatte sich die Situation noch einmal verschärft durch den Gaza-Krieg nach dem Terroranschlag der islamistischen Hamas auf Israel. Schon in den vergangenen Wochen und Monaten hatte es immer wieder Demonstrationen gegeben.

Aus Sorge vor Straftaten verbot die Berliner Polizei eine für die Silvesternacht angemeldete propalästinensische Demonstration in Neukölln. Zwei parallel geplante Gegenkundgebungen zur Unterstützung Israels wurden daraufhin laut Polizei von den Veranstaltern abgesagt. Eine weitere propalästinensische Demonstration zog unter starker Polizeipräsenz am Silvesternachmittag von Neukölln nach Kreuzberg.

Die Polizei definierte mehrere Brennpunktbereiche, darunter Nord-Neukölln. Zudem gab es Böllerverbotszonen, etwa am Alexanderplatz. Auch am Brandenburger Tor war privates Feuerwerk verboten. Dort stieg wieder die traditionelle Silvesterparty, die das ZDF live übertrug. Erstmals seit der Corona-Pandemie war wieder ein Höhenfeuerwerk um Mitternacht vorgesehen.

Ganzer Globus erst am 1.Januar um 13 Uhr im neuen Jahr

Insgesamt dauert es 26 Stunden bis der ganze Globus ins neue Jahr gerutscht ist. Amerikanisch-Samoa, das nur 220 Kilometer östlich von Samoa auf der anderen Seite der Internationalen Datumsgrenze liegt, wird das letzte Land sein - zwölf Stunden nach Deutschland. Um 13.00 Uhr MEZ am 1. Januar folgen dann nur noch zwei unbewohnte Inseln.

− dpa