Umstrittener Sommerhit

Bundeswehr-Blaskapelle spielt „Layla“: Video wird zum Internet-Hit

05.08.2022 | Stand 06.08.2022, 17:45 Uhr

Auf einem Schützenfest in Hessen spielte das Bundeswehr Heeresmusikkorps Kassel den umstrittenen Song „Layla“ - allerdings instrumental und daher ohne eine „Puffmama“, die „schöner, jünger, geiler“ sei. −Symbolbild: Hölzlwimmer

Von Christoph Eberle

Eine Bundeswehr-Blaskapelle aus Kassel (Hessen) hat auf einem Schützenfest den umstrittenen Sommerhit „Layla“ gespielt. Ein Video davon wurde auf Youtube Hunderttausende Male geklickt.



Das mit Sexismusvorwürfen konfrontierte Ballermann-Lied „Layla“ von DJ Robin & Schürze ist jüngst zu Deutschlands Sommerhit 2022 gekürt worden. Der Partyhit wurde laut GfK Entertainment mehr als 60 Millionen Mal gestreamt und steht seit mehreren Wochen an der Spitze der Charts: „An „Layla“führt in diesem Sommer kein Weg vorbei„, hieß es aus Baden-Baden von den offiziellen Charts-Ermittlern.

Das dachte sich offenbar auch das Bundeswehr Heeresmusikkorps Kassel. Auf dem Olper Schützenfest spielte die Blaskapelle eine Instrumentalversion des Songs - und sorgte damit für sichtliche Begeisterung bei den Zuhörern, wie Videomitschnitte zeigen.



Das Ganze war eine spontane Aktion

Wie der Leiter des nordhessischen Bundeswehr-Orchesters, Tobias Terhart der regionalen Tageszeitung hna.de sagte, sei das Ganze eine spontane Aktion gewesen, nachdem ein Musiker das Lied vorgeschlagen habe. Proben seien gar nicht nötig gewesen, da hinter dem Lied musikalisch nicht viel steckt - der Song bestehe nur aus vier Akkorden. Schön wäre es allerdings, wenn auch andere Stücke des Blasorchesters so einen Anklang fänden.

Der zum Mitgrölen geeignete Ohrwurm „Layla“ dreht sich um eine „Puffmama“, die „schöner, jünger, geiler“ sei. In Würzburg und später auch anderen Städten wurde „Layla“ von Festen verbannt - auch in Niederbayern, Oberbayern und der Oberpfalz kommt der Song bei nicht allen Festwirten gut an. An dem Lied entzündete sich deshalb auch eine Debatte über angebliche Zensur und den Stellenwert von Kunstfreiheit. Partybands sind unterdessen genervt von der Debatte: „Ich will Layla nicht spielen - ich muss!“, so sagt Franz Moosauer von der Band Saxndi, die am Gillamoos in Abensberg (Landkreis Kelheim) auftreten wird.

Doch: Zahlreiche Lieder haben fragwürdige Texte - warum sorgt gerade „Layla“ für so einen Aufschrei? Den Grund für die enorme Aufmerksamkeit sieht Musikprofessorin Dr. Kathrin Schlemmer von der Universität Eichstätt in mehreren Faktoren.