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Chef von US-Modemarke Guess tritt wegen Belästigungsvorwürfen zurück

erstellt am 13.06.2018 um 08:03 Uhr
aktualisiert am 19.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung ist der Chef und Mitgründer der US-Modemarke Guess, Paul Marciano, zurückgetreten. Das Model Kate Upton hatte den Designer beschuldigt, sie betascht und aggressiv geküsst zu haben.
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Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung ist der Chef und Mitgründer der US-Modemarke Guess, Paul Marciano, zurückgetreten. Das Model Kate Upton hatte den Designer beschuldigt, sie betascht und aggressiv geküsst zu haben. Paul Marciano und Paris Hilton
Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung ist der Chef und Mitgründer der US-Modemarke Guess, Paul Marciano, zurückgetreten. Das Model Kate Upton hatte den Designer beschuldigt, sie betascht und aggressiv geküsst zu haben.
© 2018 AFP

Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung ist der Chef und Mitgründer der US-Modemarke Guess, Paul Marciano, von seinem Posten als Vorstandschef zurückgetreten. Marciano habe in seiner Kommunikation mit Models und Fotografen "schlechtes Urteilsvermögen" an den Tag gelegt und sich selbst in Situationen gebracht, in denen "Vorwürfe wegen unangemessenen Verhaltens" erhoben werden konnten, erklärte Guess am Dienstag (Ortszeit).

Marciano sei daher mit sofortiger Wirkung von seinem Posten als Vorstandschef zurückgetreten. Er werde jedoch noch bis Ende Januar kommenden Jahres Kreativdirektor des Hauses bleiben, "um eine reibungslose Übergabe der Verantwortlichkeiten" zu ermöglichen. Zuvor hatte der Guess-Verwaltungsrat einstimmig Marcianos Rücktritt gefordert.

Zwei externe Ermittler hätten Vorwürfe von "unangemessenen Kommentaren und Textnachrichten sowie unerwünschten Avancen einschließlich Küssen und Grapschen" untersucht, erklärte das Modehaus. Dabei seien mehr als 40 Personen angehört und 1,5 Millionen Seiten Dokumente gesichtet worden. "Viele der Vorwürfe konnten nicht belegt werden", betonte Guess. Mit fünf Frauen seien außergerichtliche Einigungen erzielt worden, dabei seien insgesamt 500.000 Dollar (425.000 Euro) geflossen.

Die Anwältin Lisa Bloom, die vier der mutmaßlichen Opfer vertritt, zeigte sich erfreut. Allerdings bleibe "noch viel zu tun, wenn Guess wirklich eine Marke sein will, die für Respekt gegenüber Frauen steht". Sie sei "enttäuscht", dass Marciano noch bis Anfang kommenden Jahres bei dem Unternehmen bleiben werde. "Wir glauben nicht, dass ein von so vielen glaubwürdigen Belästigungsvorwürfen belasteter Mann irgendein Unternehmen führen kann - noch dazu eines, dass hauptsächlich an Frauen verkauft."

Das Model Kate Upton hatte Marciano öffentlich beschuldigt, ihre Brüste betascht und sie aggressiv geküsst zu haben. Marciano bestritt die Vorwürfe. Upton, zeitweise das Gesicht der Modemarke, hatte in einem Interview mit dem "Time"-Magazin geschildert, wie der Guess-Chef sie nach Fotoaufnahmen für Unterwäsche im Juli 2010 belästigt hatte.

Einen Monat später habe er bei einem anderen Fototermin wiederholt danach verlangt, mit in ihr Hotelzimmer kommen zu dürfen. Sie habe daraufhin das Telefon abgestellt und die Tür verriegelt. Am nächsten Morgen sei sie mit der Begründung gefeuert worden, sie sei "zu fett" geworden.

New York (AFP)
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