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Argentinischer Ex-Minister und Nonne wegen Millionen-Unterschlagung vor Gericht

erstellt am 12.06.2018 um 11:38 Uhr
aktualisiert am 19.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Prall gefüllte Geldkoffer, ein Ex-Minister und betagte Nonnen, Kloster, Korruption und Klamauk vor Gericht: In Argentinien hat ein Korruptionsprozess mit Seifenoper-Potenzial begonnen. Vor seinem Richter steht seit Montag der frühere Vizeminister für öffentliches Bauwesen, José López. Dem 57-Jährigen wird vorgeworfen, mit Hilfe der ebenfalls angeklagten 80-jährigen Nonne Célia Inés, insgesamt rund neun Millionen Dollar an Pesos und Devisen versteckt zu haben. López ist noch in zwei weiteren Korruptionsprozessen angeklagt.
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Prall gefüllte Geldkoffer, ein Ex-Minister und betagte Nonnen, Kloster, Korruption und Klamauk vor Gericht: In Argentinien hat ein Korruptionsprozess mit Seifenoper-Potenzial begonnen. Argentiniens Ex-Vizeminister für Bauwesen, José López
Prall gefüllte Geldkoffer, ein Ex-Minister und betagte Nonnen, Kloster, Korruption und Klamauk vor Gericht: In Argentinien hat ein Korruptionsprozess mit Seifenoper-Potenzial begonnen.
© 2018 AFP

Prall gefüllte Geldkoffer, ein Ex-Minister und betagte Nonnen, Kloster, Korruption und Klamauk vor Gericht: In Argentinien hat ein Korruptionsprozess mit Seifenoper-Potenzial begonnen. Vor dem Richter steht seit Montag der frühere Vizeminister für öffentliches Bauwesen, José López. Dem 57-Jährigen wird vorgeworfen, mit Hilfe der ebenfalls angeklagten 80-jährigen Nonne Célia Inés umgerechnet gut sieben Millionen Euro unterschlagen zu haben. López ist noch in zwei weiteren Korruptionsprozessen angeklagt.

López wurde auf frischer Tat ertappt, wie er insgesamt 160 Koffer und Seesäcke mit Geld und Schmuck über die Mauer eines Klosters am Rande von Buenos Aires warf. Die Nonne Célia Inés soll seine Komplizin gewesen sein. Sicherheitskameras filmten die Aktion.

Die Polizei brauchte 22 Stunden, um das Geld zu zählen: neun Millionen Dollar, 150.000 Euro, 425 Yuan und 150.000 argentinische Pesos, alles in kleinen Scheinen, wollte López verstecken.

Die Nonne gab vor Gericht an, nichts vom Inhalt der Koffer und Taschen gewusst zu haben. Die Vorwürfe gegen eine zweite Ordensschwester, Schwester Oberin Alba, wurden wegen ihres hohen Alters von 95 Jahren fallengelassen.

Das Verfahren soll ein halbes Jahr dauern. López sitzt bereits seit rund zwei Jahren in Untersuchungshaft. Bei einer ersten Anhörung hatte er einen theatralischen Auftritt hingelegt: Er schlug sich an den Kopf, schrie herum und forderte lauthals Kokain.

Seine Anwältin, Ex-Model und Cumbia-Sängerin Fernanda Herrera, hatte zuvor versucht dem Gericht weiszumachen, ihr Mandant leide an Halluzinationen und könne nicht aussagen. Doch Ärzte diagnostizierten bei López lediglich Stresssymptome und Bluthochdruck.

López gehörte einer Gruppe von Staatsdienern an, die unter dem Präsidentenehepaar Néstor und Cristina Kirchner als "Pinguine" zweifelhaften Ruhm erlangten. Die Kirchners regierten von 2003 bis 2015 nacheinander Argentinien. Der Angeklagte und seiner früherer Chef, Ex-Planungsminister Julio de Vido, verantworteten zu jener Zeit alle öffentlichen Bauprojekte. Sie waren die einzigen Minister in den Kabinetten Kirchner, die während der insgesamt zwölfjährigen Amtszeit sämtliche Regierungsumbildungen überstanden.

Dem 57-Jährigen wird vorgeworfen, mit Hilfe der ebenfalls angeklagten 80-jährigen Nonne Célia Inés, insgesamt rund neun Millionen Dollar an Pesos und Devisen versteckt zu haben. Angeklagte Nonne Célia Inés
Dem 57-Jährigen wird vorgeworfen, mit Hilfe der ebenfalls angeklagten 80-jährigen Nonne Célia Inés, insgesamt rund neun Millionen Dollar an Pesos und Devisen versteckt zu haben.
© 2018 AFP
Buenos Aires (AFP)
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