Bergeinsatz in Österreich

99 Schüler und Lehrer gerettet: Jetzt ermittelt der Staatsanwalt

23.06.2022 | Stand 23.06.2022, 20:19 Uhr

Die Bergnot der 99 deutschen Schüler und ihrer Lehrer ist nun ein Fall für den Staatsanwalt. −Foto: dpa

Von Daniela Laitinen

Die Bergnot von 99 Schülern und acht Lehrern im österreichischen Vorarlberg Anfang Juni wird nun ein Fall für den Staatsanwalt. Das berichtet die österreichische Nachrichtenagentur APA.



Grund sei, dass der abschließende Polizeibericht vom Rettungseinsatz der knapp 100 Gymnasiasten und ihrer Lehrer aus Ludwigshafen nun bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Feldkirch eingegangen ist und jetzt geprüft wird, zitiert APA den zuständigen Sprecher, Heinz Rusch. Weitere Angaben habe er nicht gemacht.

Bewertungen aus dem Internet vertraut

Für die Tour auf dem schmalen Heuberggrat im Kleinwalsertal ist laut Polizei „Schwindelfreiheit, Trittsicherheit sowie Erfahrung im alpinen Gelände“ erforderlich gewesen. Die verantwortlichen Lehrer hatten aber anderslautenden Bewertungen im Internet vertraut und die ausgewählte Route im Kleinwalsertal nicht persönlich getestet. Als sie dann mit ihren 99 Schülern auf dem Berg waren, und sich zwei Kinder bei Stürzen verletzten, war eine Panik unter den Zwölf- bis 14-jährigen Jugendlichen entstanden. Viele brachen erschöpft zusammen.

Per Notruf alarmierten die Lehrer daraufhin die Bergrettung Vorarlberg. Diese brachte 77 Personen mit drei Hubschraubern mittels Taubergung ins Tal, der Rest wurde beim Abstieg begleitet. Die Kosten für den Einsatz, der als größter in die Geschichte der Bergrettung Vorarlberg eingeht, belaufen sich auf rund 18.000 Euro. Ca. 9.000 Euro davon allein für den Einsatz der Bergrettung. Wer dafür aufkommt, ist bislang unklar. Eine erste Rechnung wurde jedenfalls an die Schule in Ludwigshafen verschickt.