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In der Telenovela "chaotisch" sein

erstellt am 10.07.2008 um 20:29 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 14:38 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Ihren Einstand in Ingolstadt gab sie mit einer "Traumrolle" in der berühmtesten Liebesgeschichte der Welt: Kaja Schmidt-Tychsen war die Julia in Shakespeares "Romeo und Julia". Es war das erste feste Engagement nach dem Abschluss an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock. Und sie spielte große Rollen: "Ronja Räubertochter", Martha in "Vor Sonnenaufgang", Jeannie in "Hair", Nawal in "Verbrennungen" und Hermia im "Sommernachtstraum", gleichzeitig ihre letzte Rolle in Ingolstadt.
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Von "Romeo und Julia" zu Hermia und Lysander: Kaja Schmidt-Tychsen mit Daniel Breitfelder im "Sommernachtstraum". - Foto: Olma
Denn Kaja Schmidt-Tychsen bezieht schon morgen ihr neues WG-Zimmer in Potsdam. Ab Montag steht sie dann vor der Kamera. Im Filmstudio Babelsberg werden die Folgen für die Telenovela "Wege zum Glück" produziert, die seit 2005 im ZDF läuft. Kaja Schmidt-Tychsen ist für die Rolle der Constanze Becker vorgesehen, eine Schwester von Simon und Sebastian, die aus Argentinien nach Falkental reist. Fans der Serie werden mit dem Namen schon vertraut sein, denn über diese Schwester wurde schon ab und an gesprochen. "Die Figur ist eine junge, witzige Frau, im liebenswerten Sinn chaotisch", erfährt man aus der Pressestelle. Kaja Schmidt-Tychsen steigt genau zum großen Happy End ein: zur Hochzeit "ihres" Bruders. Ab Oktober werden die Folgen (montags bis freitags jeweils 16.15 Uhr) ausgestrahlt.

Ihren Vertrag mit dem Theater Ingolstadt musste Kaja Schmidt-Tychsen deshalb vorzeitig beenden. Dabei hatte sie Film und Fernsehen gar nicht im Sinn, als sie den Beruf ergriff. Die Bühne war ihr Ziel. "Ich will doch Kunst machen", so ihre Überzeugung. "Ich halte Theater für einen sehr anspruchsvollen Beruf und war dankbar, dass ich hier ein Fest-engagement bekommen habe." Nach zwei Jahren am hiesigen Haus hat sie "das Gefühl, dass ich sehr viel gelernt habe". Jetzt hat sie die Neugier auf Kamera-Erfahrung ("jeden Tag, fünf Tage die Woche, drehen") doch gepackt. Sie lacht. "Und ich freu mich, dass ich mal meinen Dispo ausgleichen kann."

Außerdem: "Meine Mama guckt solche Serien gern. Ich wollte ja eigentlich nach Hamburg ziehen, und sie war froh, weil es nur zwei Stunden von meinem Zuhause entfernt ist. Als ich sie dann anrief, um zu erzählen, dass ich in Potsdam wohnen werde, dachte ich eigentlich, ich überbringe ihr eine traurige Nachricht, weil Potsdam ja viel weiter weg ist. Aber sie hat sich gefreut und gemeint: ,Dann seh ich dich ja jeden Tag im Fernsehen.‘"

Wird sie Ingolstadt vermissen? Kaja Schmidt-Tychsen nickt. "Am meisten die Kollegen. Ich habe mich hier sehr schnell aufgehoben gefühlt. Das fand ich toll. Es sind wirklich Freunde geworden." Ihre Lieblingsarbeit? ",Some Girls‘, weil das auf einer kleinen Bühne war. Ich habe sehr viel im Großen Haus gespielt, da muss man eigentlich immer nach vorne schreien, obwohl man vielleicht mal einen Moment feiner zeigen möchte. Und das ging in der Werkstatt gut. Auch mit dem Regisseur und mit dem Partner. Alle vier ,Weiber‘ haben das festgestellt: ,Schön, dass wir das spielen.‘" Außerdem ist sie begeistert vom Kleinen Haus, wo sie von "Bambiland" bis zum "Live-Hörspiel" oft zu sehen war. "Gerade für mich als Anfängerin war es toll, weil es da eine Plattform gibt, um sich auszuprobieren, gewagte Themen aufzugreifen und auch mal was in den Sand zu setzen."

Ihre Rolle im "Sommernachtstraum" im Turm Baur wird für die letzten zehn Vorstellungen die Schauspielerin Anna-Maria Kuricová übernehmen, die von 2001 bis 2005 Ensemblemitglied am Staatstheater Nürnberg war. Weitere Stationen waren das Hessische Staatstheater Wiesbaden, das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg und das Ernst-Deutsch-Theater (Hamburg).

 

Von Anja Witzke
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