Von Haydn bis Pärt, von Vivaldi bis Swing

Nächste Saison beim GKO Ingolstadt steht unter dem Motto „KlangWellen“– Neuer Geschäftsführer wird Felix Breyer

20.06.2022 | Stand 20.06.2022, 19:26 Uhr

Das Programm der Saison 2022/2023 stellten Tobias Klein, Geschäftsführer des GKO, Saskia Morbach vom Orchestermanagement und Chefdirigent Ariel Zuckermann (von links) vor. Infos unter www.georgisches-kammerorchester.de. Foto: Schaffer

Von Katrin Fehr

Ingolstadt – Neue Saison, neuer Geschäftsführer. Am Montag hat Tobias Klein seinen Nachfolger bekanntgegeben. Ab 1. August wird Felix Breyer Geschäftsführer des Georgischen Kammerorchesters Ingolstadt (GKO). Zuletzt war er in dieser Position bei den Bad Reichenhaller Philharmonikern tätig. Sein Vertrag läuft über fünf Jahre. „Wir freuen uns sehr, dass diese Stelle nun wieder hauptamtlich übernommen wird, und dass wir so einen kompetenten und erfahrenen Fachmann gefunden haben“, sagte Klein, der seine Tätigkeit als Geschäftsführer des GKO nach dem Wechsel im Mai vergangenen Jahres als Leiter des städtischen Kulturamts „nun doch länger als geplant“ weiterhin ausgefüllt habe. Er freue sich, dass aber eines seiner „Herzensprojekte“, auf der Donaubühne „vor toller Kulisse“ zu spielen, nun noch umgesetzt wurde. Der Ort habe sich außerdem auch in Pandemiezeiten bewährt.

Ja, Corona. Die Zuversicht und die Hoffnung sind auch bei Ariel Zuckermann groß, eine „ganz normale Saison“ – möglichst ohne Einschränkungen – spielen zu können. Der Chefdirigent des GKO und Tobias Klein waren sich bei der Vorstellung des Programms in der Halle neun aber auch einig, nach zwei Jahren Pandemieerfahrung gewappnet zu sein und gegebenenfalls reagieren zu können. Das habe man in den vergangenen Monaten immer wieder, auch mit großer Unterstützung des Aboservice bewiesen.

Auch junge, talentierteMusikerinnen und Musiker

Die Besucher der Konzerte können sich in der Saison, 2022/2023, die unter dem Motto „KlangWellen“ steht und mit der man, so Zuckermann, „mit der einenden Musik Brücken schlagen“ wolle, auf ein vielseitiges Programm freuen: von Haydn-Sinfonien bis Barroqueanas Venezolanas von Efrain Oscher, von Antonio Vivaldi bis Arvo Pärt, von Beethoven bis Astor Piazzolla, Swing, Jazz und einer Operngala. Verpflichtet sind nicht nur bekannte Musiker, sondern auch neue Gesichter sowie junge Musikerinnen und Musiker. „Es ist wichtig, diese zu fördern, zu präsentieren, für sie selbst, aber auch für das Orchester und das Publikum“, so Zuckermann. Etwa den Dirigenten Pawel Kapula oder die Geigerin Noa Wildschut, eine „sehr begabte junge Künstlerin“, ein Protegé von Anne-Sophie Mutter. Neben Zuckermann stehen außerdem die Dirigentin Anu Tali sowie die Kollegen Lucas Borowitz, und Mihhail Gerts am Pult. Begeistert, aber augenzwinkernd enttäuscht, dass er bei diesen Konzerten im Publikum sitzen müsse, ist Zuckermann über die beiden Open-Air-Abende mit der Sängerin und Multiinstrumentalistin Gunhild Carling, „ein Superstar in Schweden“, die auf der Donaubühne ein Jazz- und Swingprogramm für Streichorchester bietet. „Sie kann einfach alles“, schwärmte er. „Tanzen, singen, steppen, schreiben – und eben auch dirigieren. Sie macht alles alleine.“

Bei aller Unterschiedlichkeit der Konzerte – dabei auch die europäische Uraufführung von „Zoom in für Altflöte, Horn und Streicher“ des israelisch-georgischen Komponisten Josef Bardanashvili – sei eines der zentralen Narrative der „Kontext um Krieg und Frieden“. Etwa beim „Concerto funebre“ für Violine und Streichorchester von Karl Amadeus Hartmann mit dem Violinisten Ilya Gringolts als Solist: Der Münchner Komponist, während der Nazi-Zeit im inneren Exil, begann die Komposition des Konzerts im Herbst 1939. Kurz zuvor hatte Deutschland mit dem Angriff auf Polen den Zweiten Weltkrieg entfacht.

Abo-Preise konstant, wiederBesucher bei Generalproben

Die Preise für die Abonnements, so Saskia Morbach vom Orchestermanagement, änderten sich nicht. Es gibt sieben unterschiedliche Abos. Dabei auch wieder das Schnupperabo, bei dem die Besucher jetzt aber drei Favoriten selbst aussuchen können, ein Open-Air-Abo, ein Zuckermann-Abo oder ein Familienabo. Zahlreich sind die Baby- Kinder- und Familienkonzerte. Durch die Konzerte führen Fernsehmoderatoren wie Ralph Caspers, Juri Tetzlaff oder Malte Arkona. Außerdem sollen man die Generalproben, wie vor Corona, zum Teil wieder öffentlich zugänglich gemacht werden. Ebenfalls wieder im Programm sind die Konzerteinführungen mit Marco Frei.

DK