Das Lächeln der Frauen - Nicolas Barreau
Benjamin Sadler und Melika Foroutan in "Das Lächeln der Frauen".
Gregor Schnitzler (ZDF)

Nichts ist, wie es scheint: Vor mehr als einem Jahr hat ein Liebesroman den unübersichtlichen Markt für romantische Literatur um einen Titel bereichert - und verharrte monatelang in der Spiegel-Bestseller-Liste. Das Besondere daran: Der Roman von Nicolas Barreau handelt davon, dass der Lektor eines Pariser Verlags einen Coup landet, indem er unter einem Pseudonym einen erfolgreichen Roman veröffentlicht. Nebenbei findet er in seiner Roman-Protagonistin die Liebe seines Lebens. 2013 speukulierten Journalisten und Buchkritiker, dass genau jenes auch in der Realität geschehen ist. Die Programmleiterin beim Münchner Verlag Thiele, Daniela Thiele, steht im Verdacht, die Schöpferin des Romans zu sein. 

Genau diese Geschichte hat sich nun der Regisseur Gregor Schnitzler zu eigen gemacht und in einen Film umgesetzt. Zu einer Jahreszeit, in der frau es sich bei November-Regenwetter auf dem Sofa mit einem Glas Rotwein oder einer Tasse Grünem Tee bequem macht, sendet das ZDF in seiner Reihe "Herzkino" (Sonntag, 20.15 Uhr) die Romanverfilmung.

Dem Briten Robert Miller gelingt es, eine wunderbare Liebesgeschichte über eine junge Köchin zu schreiben, die mit viel Hingabe in ihrem Lokal im Künstlerviertel Montmartre ein "menu d'amour" zaubert. Der Roman wird zum Erfolg in Paris. Durch Zufall fällt Aurélie Bredin das Buch in die Hände - und sie stellt fest, dass genau jener Robert Miller sie und ihr Leben beschreibt. Aurélie setzt alles daran, den ominösen Autor kennenzulernen. Was sie nicht weiß: Robert Miller ist ein Pseudonym. Der Lektor des Buchs, André Chabanais ist der eigentliche Schöpfer des Romans. Es kommt, wie es kommen muss. Chabanais verliebt sich in die selbstbewusste Aurélie. Doch die Köchin findet den Lektor zunächst grässlich und unhöflich. Gelingt es André, die schöne Aurélie von sich zu überzeugen?

Das Lächeln der Frauen - Nicolas Barreau
Aurélie findet durch Zufall in einem Buchladen "Das Lächeln der Frauen" - der Roman, der ihr Leben verändert.
Richard Hübner Fotografie (ZDF)
Der Roman liest sich wie ein Erklärbuch im Unterrichtsfach "Liebesroman schreiben". Alles passt zusammen, die Spielorte sind perfekt ausgewählt. Der Plot ist demnach wenig überraschend, vorhersehbar wie die vielen tausend Liebesgeschichten, die Sonntagabend im ZDF zu sehen sind. Das Buch ist keine Weltliteratur à la Leo Tolstois "Krieg und Frieden" - auch der Film wird keinen Oscar für eine raffinierte Wendung des Plots gewinnen. Eher erinnert die Auswahl der Sets an eine Sightseeingtour durch Frankreichs Hauptstadt: Aurélies Lokal liegt um die Ecke der beliebten Sacré Coeur, in der Nachbarschaft von Andrés Verlag befindet sich der Place de la Concorde mit seinem weltbrühmten Obelisk, die Vorstellung der Romans findet im bekannten Warenhaus La Samaritaine statt. Natürlich führt die erste Verabredung zwischen André und Aurélie an der Notre Dame vorbei. Es scheint, als wären sämtliche Sehenswürdigkeiten von Paris in den Film gequetscht worden. Aber was eignet sich besser als ein in warmen Herbsttönen getauchter Eifelturm, um den grauen November-Alltag in Deutschland zu vergessen?