Ich bin ein Star _ Holt mich hier raus!
Bastian Yotta, Leila Lowfire und Sibylle Rauch bei der Dschungelprüfung.
MG RTL D / Stefan Menne
TV
Gleich zum Auftakt wurde mit bewährten Stilmitteln nicht gekleckert, sondern geklotzt: Kuh-Urin mit Fischauge, Schweinesperma, Kakerlaken, Stier-Penis-Aufschnitt, Schweinehoden und was die Ekel-Speisekarte sonst noch so hergibt, wurde von den dauersüffisanten Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich aufgetischt. Wer im Dschungelcamp einen Stern haben will, muss nicht nur deren Gequassel ertragen, sondern richtig leiden können. Dabei ist für manchen wohl allein das Moderatoren-Duo schon ungefähr so angenehm wie ein gequirlter Maden-Shake.

1 Folge: "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!"


Sie lesen uns in der App? Dann können Sie hier das Video anschauen. 
 

Ekelprüfung führt zu wahrlich philosophischer Einsicht

Das Dschungelcamp ist eine skurrile Variante der modernen TV-Unterhaltung. Sein Markenzeichen: extrem hoher Ekelfaktor. Die Pizza aus Mehlwürmern, pürierter Emu-Leber, Blut und Stier-Penis-Salami schien Sebastian Yotta aus Landshut jedenfalls nicht zu schmecken. Kein Stern für den Niederbayer.

Doch das Dschungelcamp ist natürlich mehr als eine Show für voyeuristische Couch-Sadisten mit Fernbedienung. Manch einem Teilnehmer verhilft es zu wahrlich philosophischen Einsichten. So stellte die hauptberufliche „Sexpertin“ Leila Lowfire gleich nach der ersten schmackofatzigen Dschungelprüfung erstaunt fest: „Das war der härteste Penis, den ich je im Mund hatte!“
 

Auf einer wackeligen Planke in 100 Metern Höhe

Schon nach den ersten Minuten der Sendung war jedenfalls klar, dass RTL sich dieses Mal offensichtlich vorgenommen hat, im Sinne der Quote noch eine Quäl-Schippe drauf zu legen und die medialen Nervensägen und Möchtegern-Stars noch ein bisschen mehr zu triezen. Schließlich muss man ein Publikum begeistern, dessen Gehirnwindungen Tag für Tag durch diverse Sensations-Filmchen auf Social-Media-Plattformen abgehärtet werden.

In der ersten Aufgabe – noch außerhalb des Camps – ging‘s deshalb für einen Teil der Camper in 100 Metern Höhe nach guter alter Piratenart gleich auf eine wackelige Planke, die von einem Hochhausdach ragte. Abgesichert freilich, man muss es ja nicht gleich zu Beginn übertreiben. Die durch ihre Dauerheulerei bei Heidi Klum bekannt gewordene Gisele kam da allerdings schon an ihre Grenzen und an den Rande des Nervenzusammenbruchs. So wird aus ihr wohl nie eine Dschungelkönigin. Höchstens ein Dauergast in der Dschungelprüfung. Das Publikum quält erfahrungsgemäß nämlich gern die Nervensägen.

Insgesamt kämpfen auch dieses Mal wieder zwölf so genannte „Stars“ in 16 Folgen um die Krone: Evelyn Burdecki, Leila Lowfire, Sibylle Rauch, Bastian Yotta, Peter Orloff, Doreen Dietel, Felix van Deventer, Chris Töpperwien, Domenico De Cicco, Tommi Piper, Sandra Kiriasis und Gisele Oppermann heißen die. Kennen Sie alle nicht? Macht nichts. Wenn Sie Lust daran haben, dass andere gequält werden, dann schalten sie auch ruhig zur nächsten Dschungelprüfung wieder ein. Wie gesagt: So schlecht ist das Format gar nicht – wenn‘s die Richtigen trifft. Und eigentlich trifft‘s die immer. Zur nächsten Dschungelprüfung hat das Publikum Gisele Oppermann gewählt.