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19.10.2012 20:15 Uhr | x gelesen
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Literatur nur für die Leser


Bild: Literatur nur für die Leser. Ingolstadt Ingolstadt (DK) Sie schreiben unter sieben Pseudonymen, am bekanntesten sind Iny Klocke und Elmar Wohlrath aber als „Iny Lorentz“ für ihre „Wanderhure“-Reihe, die auch verfilmt wurde. Am 23. Oktober kommen sie mit ihrem neuen Roman „Feuertochter“ zur „LeseLust“ um 19.30 Uhr in das DK-Forum Ingolstadt. Da die Bestseller-Autoren viel unterwegs sind, oft sogar im Wohnwagen, um stets in Ruhe schreiben zu können, waren sie für DK-Redakteurin Barbara Fröhlich nur telefonisch erreichbar.

Ingolstadt (DK) Sie schreiben unter sieben Pseudonymen, am bekanntesten sind Iny Klocke und Elmar Wohlrath aber als „Iny Lorentz“ für ihre „Wanderhure“-Reihe, die auch verfilmt wurde. Am 23. Oktober kommen sie mit ihrem neuen Roman „Feuertochter“ zur „LeseLust“ um 19.30 Uhr in das DK-Forum Ingolstadt. Da die Bestseller-Autoren viel unterwegs sind, oft sogar im Wohnwagen, um stets in Ruhe schreiben zu können, waren sie für DK-Redakteurin Barbara Fröhlich nur telefonisch erreichbar.


Ingolstadt: Literatur nur für die Leser
 
Ingolstadt

Wie sind Sie zu Ihrem Pseudonym gekommen?

Iny und Elmar Lorentz: Das war auf Wunsch des Verlages. Wir hatten vor zehn Jahren versucht, unser beider Namen auf das Cover zu bekommen. Doch waren sie zu lang. So haben wir den Namen von Elmars Vater, Lorenz Wohlrath, gewählt. Und da „Iny und Elmar Lorentz“ auch zu lang war, haben wir auf „Iny Lorentz“ verkürzt.

 

Obwohl jeder weiß, dass Sie ein Autorenpaar sind, wird der neue Roman mit „die Autorin Iny Lorentz“ beworben.

Lorentz: Ja, das ist merkwürdig. Bei unseren ersten Lesungen war es auch schwierig, den Leuten zu erklären, warum wir zu zweit auftreten.

 

Sie haben unter anderen Pseudonymen in diesem Jahr zwei weitere, dicke Bücher veröffentlicht. Wie schaffen Sie das?

Lorentz: Mit den Pseudonymen trennen wir die Buchprojekte und die Verlage thematisch. Wir arbeiten immer gleichzeitig an drei bis vier Büchern. Aber hintereinander, „step by step“. Wir können aber innerhalb kurzer Zeit von einem Thema zum anderen wechseln. Mein Mann schreibt täglich zehn bis zwölf Seiten Rohschrift. Daneben recherchiert er und beantwortet Mails. Außerdem reden wir miteinander über die Projekte.

 

Das ist sehr viel. Wie kann man sich Ihren Arbeitstag vorstellen?

Lorentz: Wir fangen zwischen halb neun und neun Uhr an, machen dann eine Mittagspause zum Kochen, arbeiten weiter, gehen spazieren und reden über die Projekte.

 

Wie werden aus Ideen schließlich die historischen Romane?

Lorentz: Mein Mann übernimmt nach langen und ausführlichen Gesprächen die Hauptrecherche und überprüft auch zwischendurch, ob unsere Geschichte noch mit der realen Geschichte übereinstimmt. Wir fragen zudem noch: Wie bringt die reale Geschichte die Roman-handlung weiter?

 

Ihre Romane sind derart eng an der realen Historie orientiert?

Lorentz: Alles andere hat keinen Sinn. Die reale Geschichte birgt ja so viel Stoff, so viele Anekdoten und Abschweifungen. Wir nehmen viele Kleinigkeiten aus Chroniken und formen daraus unsere Geschichten und Figuren. Wobei eine Romanfigur aus Teilen mehrerer historischer Vorbilder aufgebaut ist.

 

Wie wird das konkret umgesetzt?

Lorentz: Mein Mann schreibt die Rohschrift. Ich lese sie durch. Er überarbeitet sie nach meinen Kritiken. Dann nehme ich mir die Geschichte vor und überarbeite sie von A bis Z. Immer in Abstimmung mit meinem Mann, der jede Fassung von mir liest und kritisiert. Wir gehen insgesamt 14-mal an jede Geschichte.

 

Angefangen haben Sie aber mit Fantasy und Fan-Fiction?

Lorentz: Mit Fantasy ja. Das schreiben wir auch weiter. Wir haben nie Fan-Fiction geschrieben, also Geschichten zu Geschichten. Wir haben von Anfang an unsere eigenen Geschichten geschrieben. Aber ich bin sehr an Historischem interessiert und bitte dann meinem Mann Elmar: Recherchiere doch einmal, was an diesem Detail dran ist. Zum Beispiel war ich beim Lesen der Chronik zum Konstanzer Konzil sehr empört über die Zustände während jener Zeit. So hat unter anderem ein Bürger mit seiner Frau und seinen Töchtern aus seinem Haus ein Bordell gemacht. Daraus sind die Geschichten der Wanderhure entstanden.

 

Bis 2007 haben Sie neben Ihren Brotberufen geschrieben. Wie haben Sie das geschafft?

Lorentz: Wir haben im Urlaub geschrieben, abends und an den Wochenenden. Das war unsere schönste Schreibzeit. Wir konnten uns in der Freiezeit auf die Themen stürzen.

 

Autoren mit Leib und Seele. War das auch Ihr Berufsziel?

Lorentz: Nein. Mein Wunsch war, einmal ein Buch von mir im Buchhandel zu sehen.

 

Wie viele sind es geworden?

Lorentz: Mit allen, auch mit dem Kinderbuch von 1986, müssen es 37 sein. Die Bücher zur Serie nicht mitgerechnet. Das war Auftragsarbeit. Verkauft wurden mehr als 7,5 Millionen – ohne die Hörbücher.

 

Wäre ein Literaturpreis das nächste Ziel?

Lorentz: Nein! Im Gegenteil: Ich habe dem Verlag strikt verboten, unsere Romane einzureichen. Wir schreiben für unsere Leser. Der schönste Preis ist der, den die Leute mit ihrem schwer verdienten Geld an der Kasse zahlen. Ein Kritikerpreis könnte Leser abschrecken, die dann glauben, das Buch sei zu hochtrabend.

 

Wer sind Ihre Leser?

Lorentz: 75 Prozent Frauen, aber oft höre ich: „Ich habe Ihr Buch noch nicht gelesen, weil es mein Mann gerade hat.“ Wir helfen Schülern, die Facharbeiten über uns schreiben. Zu unseren Lesungen kommen oft drei weibliche Generationen. Viele lesen uns nicht nur aus historischem Interesse, sondern, weil sie unsere Geschichten gerne lesen. Und wir lieben es, mit ihnen zu plaudern, Fragen zu beantworten.

 

Karten für die „LeseLust“ am 23. Oktober gibt es in allen DK-Geschäftsstellen, bei Hugendubel, unter Telefon (08 41) 96 66-8 00 und unter www.donaukurier.de/leselust.

 


Donaukurier
 
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