Geboren wurde Jamie-Lee Kriewitz am 18. März 1998 in Springe in Niedersachen. Wer gerne Castingsshows schaut, könnte die Sängerin bereits aus "The Voice of Germany" kennen. Im Dezember 2015 gewann sie die fünfte Staffel der Show. Damals war sie gerade einmal 17 Jahre alt und war damit die erste Teilnehmerin, die bei ihrem Sieg noch nicht volljährig war.

Beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest in Stockholm setzte sich Jamie-Lee im Februar 2016 gegen die anderen Bewerber durch. Bei "Unser Lied für Stockholm" trat sie bereits mit ihrem Song "Ghost" an. Bereits im April 2016 erschien Jamie-Lees erstes Album mit dem Titel "Berlin". 

Noch geht Jamie-Lee zur Schule. Für die Teilnahme am ESC stellte sie auch ihr Abitur zurück - ob und wann sie die Schule wieder aufnimmt, will sie entscheiden, sobald sich der Trubel um den ESC gelegt hat. Musik liegt in ihrer Familie: Jamie-Lees Vater ist Schlagzeuger, schon mit zwölf Jahren sang Jamie-Lee in einem Gospelchor.
 

Die Ähnlichkeit mit Lena Meyer-Landrut


Kurz nach der Kür von Jamie-Lee im Februar entstand bei manchen deutschen Fans des ESC eine gewisse wohlige Erinnerung an Lena. Die Parallelen von Jamie-Lee zur deutschen ESC-Gewinnerin des Jahres 2010, Lena Meyer-Landrut, liegen offensichtlich auf der Hand. Lena kommt aus Hannover, Jamie-Lee aus dem Dörfchen Bennigsen in der Nähe der niedersächsischen Hauptstadt. Die bei ihrem Sieg 19 Jahre alte Lena riss mit ihrer jugendlichen Frische mit - Jamie-Lee ist sogar erst 18 Jahre alt. Genervt von Vergleichen sei sie nicht, beteuert die am 18. März 1998 geborene Jamie-Lee. Weil Lena "immer bei sich selbst war", habe sie eine Vorbildfunktion für sie.

Dabei wirken die Sängerinnen auf den zweiten Blick sehr unterschiedlich. Während Lena mit unbekümmerter Frische mitriss, demonstriert die extrovertierte Jamie-Lee mit jeder Faser Selbstbewusstsein. Das zeigt sie vor allem mit ihrer Kleidung im Stil japanischer Mangas mit einem dazu passenden Kopfschmuck mit japanischen Püppchen. Ihre auffällige Kleidung ist vegan hergestellt - Jamie-Lee ist Werbebotschafterin der Tierschutzorganisation Peta. Dieser Hingucker - kombiniert mit dem mit einer erstaunlichen Bühnenpräsenz gezeigten Lied "Ghost" - befeuert auch die Hoffnungen, dass nach dem Null-Punkte-Desaster vom Vorjahr mit Starterin Ann Sophie Deutschland in diesem Jahr wieder bessere Chancen hat.

Bei der ARD wird sogar auf eine Top-Ten-Platzierung gehofft Allerdings machen die Vorhersagen dafür nur wenig Hoffnung: In den Wettbüros liegt Jamie-Lee weit zurück und gilt als krasse Außenseiterin. Auch bei einer vom Internetkonzern Google gestarteten Trendliste mit den im Internet meistgesuchten ESC-Startern ist sie kurz vor dem Finale nicht vorn zu finden.

Jamie-Lee tritt mit "Ghost" an


Sie denke, dass sie beim Finale nicht nur mit ihrer Optik überzeugen werde, sondern vor allem mit ihrer Stimme, sagt Jamie-Lee. Und auch mit ihrem von einer Trennungsgeschichte erzählenden Lied "Ghost".





"Ich glaube, dass der Song etwas Erfrischendes in den Wettbewerb bringen könnte", zeigte die junge Frau nach ihrem Sieg beim Vorentscheid überzeugt. Dass sie auf der großen Bühne in Stockholm vor Ehrfurcht in eine Schockstarre verfallen könnte, scheint nicht zu erwarten. Schon bevor sie überhaupt irgendetwas erreicht hatte, sagte sie im Herbst vergangenen Jahres selbstbewusst in einem Fernsehinterview: "Ich habe eine außergewöhnliche Stimme, ich sehe außergewöhnlich aus, ich glaube, das ist ein Vorteil.

Hintergründe, Fakten und Regeln zum Eurovision Song Contest gibt es hier. Und: auf donaukurier.de gibt es am Samstag zum Finale einen Live-Blog.

ran/cfm AFP