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"Wir hauen schon ganz gut drauf"

erstellt am 05.07.2011 um 21:36 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 14:41 Uhr | x gelesen
München (DK) Er ist der Kapitän der Band Eisbrecher. Bekannt ist Alexx Wesselsky auch aus dem Fernsehen. Als Checker moderierte er eine Sendung auf DMAX. Bernd Limmer sprach vor dem Eisbrecher-Konzert auf dem Münchner Tollwood-Festival mit Alexx Wesselsky über seine Musik und seine beruflichen Prioritäten.
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: "Wir hauen schon ganz gut drauf"
Tolle Bühnenshow: Eisbrecher-Frontmann Alexx Wesselsky rockte das Festivalzelt auf dem Münchner Tollwood - Foto: Bernd Limmer

Ist das Tollwood für Sie als gebürtiger Augsburger ein Heimspiel?

Alexx Wesselsky: Nein, auf keinen Fall. Das ist politisch alles hoch sensibel. Das eine sind Bayern und das andere sind auch Bayern. Doch das eine sind eigentlich Schwaben und die anderen nicht. Wir haben schon in der Schwabenhalle gespielt, jetzt wird es höchste Zeit, dass wir mal auf dem Tollwood spielen.

Fotostrecke: Eisbrecher auf dem Tollwood

 
Sie haben die Musik von Eisbrecher einmal als „Elektronischer Trip-Rock“ bezeichnet. Was versteht man darunter?

Wesselsky: Dieser Begriff verfolgt uns dank Internet seit 2003. Damals habe ich gedacht, ich bin mal kreativ. Wir hatten unsere erste Platte gemacht, und keiner wusste, wohin das Ganze geht. Da musste ich mir etwas Besonderes ausdenken. Und so kam ich auf „Elektronischer Trip-Rock“, weil „Elektronischer Trip-Hop“ war gerade angesagt. Ich habe schnell gemerkt, dass dieser Begriff nichts aussagt. Heute sind wir uns einig, dass wir deutschsprachige Rockmusik mit Elektro-Elementen machen. Sprich Deutsch-Rock der speziellen Art. Dass mit „Elektronischer Trip-Rock“ – ich wünschte, ich könnte es ungeschehen machen.

Im Internet wird Eisbrecher oft auch mit der Neuen Deutschen Härte in Verbindung gebracht. Hören Sie diese Einordnung gerne?

Wesselsky: Das mit Schubladen ist immer so eine Geschichte. Neu ist es schon lange nicht mehr. Harte deutsche Musik gibt es schon länger. Dieser Begriff wurde für mich von den Medien fast schon benutzt wie ein Totschlagwort. Neue Deutsche Härte sei immer politisch völlig unkorrekt, eher rechts tendenziell. Deswegen habe ich gelernt, mich von diesem Begriff zu distanzieren. Ich mag ihn eigentlich nicht, weil er in die falsche Richtung führt. Neue Deutsche Härte klingt irgendwie krasser als es ist.

Eisbrecher provoziert mit seinen Liedern. Ist Provokation für Sie ein Stilmittel?

Wesselsky: Unbedingt. Es gibt nichts Schlimmeres als öde leere Langeweile. Was sollen wir denn machen? Sollen wir die ganze Zeit über die Liebe singen? Wir sind keine Chansonniers. Wenn du harte Musik machst, dann darfst du auch den Finger in die Wunde legen. Das muss nicht immer gleich böse sein. Das kann auch mit einem Augenzwinkern sein. Wir sind keine bitterböse Band. Aber wir spielen durchaus mit Klischees, und wir wissen es auch sehr humoristisch zu betrachten. Wir nehmen uns nicht so ernst, wir nehmen die ganze Welt nicht so ernst. Aber wir hauen schon ganz gut drauf. Ja, Povokation ist ein Stilmittel.

Eisbrecher hat 2004, 2006, 2008 und 2010 jeweils ein neues Album herausgebracht. Dürfen sich die Fans 2012 wieder auf ein neues Eisbrecher-Album freuen?

Wesselsky: Vielleicht bringen wir schon heuer ein neues Album raus, dann kommen alle ins Schleudern. Es wird massiv an einer neuen Platte gearbeitet.

Neben Ihrer Musik arbeiten Sie auch als Moderator . . .

Wesselsky: Ja, weil ich so gerne rede. Manche werden sagen, der hätte auch Politiker werden können, soviel wie der quatscht. Warum eigentlich nicht? Ich erschwindle mir noch schnell einen Doktortitel und dann geht es auf.

Wo liegen Ihre Prioritäten. In der Musik oder beim Fernsehen?

Wesselsky: Kommt darauf an. Wenn ich als Checker unterwegs bin, dann liegt die Priorität beim Moderieren. Der Job beim Fernsehen verdient mir meine Brötchen. Früher war es der Lageristenjob bei Aldi und Co., heute ist man beim Fernsehen. Die Musik war und ist schon immer meine große Leidenschaft – mein Traum.

Donaukurier
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