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Treibende Rhythmen mit Fra Fra Sound

erstellt am 20.04.2007 um 22:42 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 16:21 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (knb) Fra Fra Sound – diese Formation steht seit ihrer Gründung 1980 für Weltmusik im besten Sinne: Die in den Niederlanden beheimateten Musiker kommen aus den USA, aus Venezuela und Surinam, dem ehemaligen Niederländisch-Guyana. Gitarrist Andro Biswane stammt aus diesem seit 1975 unabhängigen Land und bereichert mit seinen Kompositionen die anregende Mischung aus lateinamerikanischen, karibischen und afrikanischen Rhythmen und Melodien im farbenfrohen Programm.
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Nummern wie "Basékounou" stehen für Fra Fra Sound: flott treibend und weich fließend vereinen sich Songstruktur und solistische Einlagen zu einer mitreißenden Mélange. Schade, dass im Audi-Forum die Atmosphäre ein wenig zu kühl ist, um die brodelnde Energie von Fra Fra Sound gänzlich zum Ausbruch zu bringen.

Die mittlerweile als eine der besten und am interessantesten geltende Jazzcombo Europas verbindet auf kreative Weise Elemente von traditionellen Melodien und Rhythmen mit modernem Jazz- und Funk- Feeling. Robin van Geerke (Piano), Vincent Henar (E-Bass), Michael Simon (Trompete), Efraim Trujillo (Tenorsaxofon), Roland Bannister (Schlagzeug), Carlo Ulrichi Hoop (Percussion) und Andro Biswane (Gitarre) schaffen eine musikalische Verschmelzung der Kulturen und vereinen in ihrer europäischen Heimat sowohl in den Eigenkompositionen wie "Confession" oder "GK" als auch in Covernummern wie "Guapela" oder "Crooked Little Man" die verschiedensten Einflüsse von den afrikanischen Wurzeln bis hin zur Diaspora.

Herausragende Soli von Robin van Geerke und Efraim Trujillo ergänzen als Highlights die perfekt harmonierende Spielfreude von Carlo Ulrichi Hoop und Andro Biswane. Die Rhythmsection bildet dabei ein sicheres Fundament für virtuose Improvisationen.

In der zweiten Hälfte des Konzerts überwiegen Stücke im eingängigen 6/8-Rhythmus, so ist "The African Chant" inspiriert von einem westafrikanischen Volkslied – am Ende wird hier auch gemeinsam gesungen.

In der letzten Nummer zeigen alle Musiker von Fra Fra Sound noch einmal, was in ihnen steckt – die Stimmung im Museum mobile reicht aber leider nicht dazu aus, die Bigband zu einer Zugabe auf die Bühne zu holen. Das innovative Septett wäre vielleicht in einem lauschig-anheimelnden Club-Ambiente besser aufgehoben gewesen .

Sandra Knobloch
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