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In der kommenden Saison des Georgischen Kammerorchesters steht der Trompetenvirtuose Sergei Nakariakov im Mittelpunkt. Erfolgreich beim Publikum waren zuletzt nicht nur die Abonnementkonzerte, sondern besonders auch die Kinder- und Jugendprogramme. Von Jesko Schulze-Reimpell

Rekorde bei den Babykonzerten

erstellt am 08.11.2018 um 20:45 Uhr
aktualisiert am 08.11.2018 um 20:50 Uhr | x gelesen
In der kommenden Saison des Georgischen Kammerorchesters steht der Trompetenvirtuose Sergei Nakariakov im Mittelpunkt. Erfolgreich beim Publikum waren zuletzt nicht nur die Abonnementkonzerte, sondern besonders auch die Kinder- und Jugendprogramme.
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Solisten der Saison: Vardan Mamikonian (links) wird mit Knara Gazarian auftreten, der Schwester des Dirigenten Ruben Gazarian. Edna Stern (rechts) wird mit dem GKO zusammen Klavierkonzerte von Simon Mayr spielen. Das Programm wird auch als CD erscheinen. Und Sergei Nakariakov ist 2019 Artist in Residence. Besonders gefragt sind nach wie vor die Babykonzerte.
Solisten der Saison: Vardan Mamikonian (links) wird mit Knara Gazarian auftreten, der Schwester des Dirigenten Ruben Gazarian. Edna Stern (rechts) wird mit dem GKO zusammen Klavierkonzerte von Simon Mayr spielen. Das Programm wird auch als CD erscheinen. Und Sergei Nakariakov ist 2019 Artist in Residence. Besonders gefragt sind nach wie vor die Babykonzerte.
Fotos: Schaffer/Gandenheimer/Kilkkas/Cohen
Ingolstadt (DK) Manchmal liegt die Kraft in der Beständigkeit. Dirigent Ruben Gazarian (47), der nun im vierten Jahr künstlerischer Leiter des Georgischen Kammerorchesters Ingolstadt (GKO) ist, konzipiert sein Programm unaufgeregt, ohne großes Marketing-Getöse, zutiefst seriös - und hat damit Erfolg. In diesem Jahr ist zum ersten Mal seit 2012 die Anzahl der Abonnenten wieder nach oben gegangen. Und so benötigt der Dirigent im kommenden Jahr keine großen Stars und nicht einmal ein Motto für seinen Abo-Zyklus. "Der Zyklus muss nicht auf Biegen und Brechen eine Überschrift haben", sagt er.
 
Fotos: Schaffer/Gandenheimer/Kilkkas/Cohen



Das neue Programm für die Saison 2019, das der Chefdirigent gestern der Presse vorstellte, ist so unspektakulär, dass man es schon fast wieder spektakulär nennen könnte. Anzahl und Struktur der Veranstaltungen sind weitgehend gleich geblieben. Nicht einmal die Abonnement-Preise haben sich verändert.
 
Fotos: Schaffer/Gandenheimer/Kilkkas/Cohen



Anders als in diesem Jahr steht 2019 allerdings kein außergewöhnliches Gastspiel an. Heuer spielte das GKO als erstes Kammerorchester überhaupt in der Hamburger Elbphilharmonie - ein Ereignis, das für die Musiker des Orchesters lange nachwirkt.
 
Fotos: Schaffer/Gandenheimer/Kilkkas/Cohen



Erneut steht ein Artist in Residence im Mittelpunkt der Spielzeit: Nach dem Pianisten Sebastian Knauer ist es 2019 der Trompeter Sergei Nakariakov. Der "Paganini der Trompete", wie er immer wieder genannt wird, ist einer der faszinierendsten Virtuosen überhaupt. Ein Musiker, der scheinbar mühelos technische Grenzen seines Instruments zu überwinden vermag. Als erster Trompeter überhaupt wurde er 2002 mit dem Echo Klassik geehrt. Geboren wurde Nakariakov 1977 in Gorki (Russland). Gefördert besonders von seinem Vater, einem Klavierlehrer, machte er schnell Karriere. So gastierte er bereits Anfang der 1990er-Jahre bei den Salzburger Festspielen.
Ruben Gazarian leitet seit 2015 als Chefdirigent das Georgische Kammerorchester.
Ruben Gazarian leitet seit 2015 als Chefdirigent das Georgische Kammerorchester.
GKO



Der deutsche Komponist Jörg Widmann komponierte eigens für den Russen das Trompetenkonzert "Ad Absurdum", das 2006 uraufgeführt wurde. Nakariakov wird es auch in Ingolstadt spielen, ein "wirklich sehr herausforderndes Stück, auch für das Orchester", wie er gestern in Ingolstadt erzählte. "Ad Absurdum" ist zudem eins der erfolgreichsten Konzerte der Gegenwart. "Das Publikum liebt es", sagt Nakariakov. Noch einen weiteren Virtuosenreißer hat der Trompeter aufs Programm gesetzt: Tschaikowskys "Rokoko-Variationen", das Cello-Solo wird dabei die Trompete übernehmen. Das Arrangement stammt übrigens vom Vater des Virtuosen.

Obwohl der Saison ein Motto fehlt, hat es doch eine Art Schwerpunkt: 2019 stehen besonders viele Werke von Joseph Haydn auf dem Programm. Für Gazarian ist diese Musik "mit das Schwerste", was für Kammerorchester geschrieben wurde. Ansonsten setzt Gazarian auf die ausgefeilte Binnenstruktur der einzelnen Konzertprogramme. So verwebt er etwa Werke von Satie und Ravel im dritten Abonnementkonzert, sodass daraus fast ein neues Stück entsteht. Das Publikum soll erst vor Beginn der Pause klatschen.

Ein besonderer Abend ist zudem das Konzert mit der hervorragenden israelischen Pianistin Edna Stern, die die beiden Klavierkonzerte des Mendorfer Komponisten Simon Mayr vorträgt. Das Konzert soll auch als CD veröffentlicht werden.

Neben Gazarian treten Gastdirigenten in der Saison auf, deren bekanntester der ehemalige GKOChef Markus Poschner ist. Der Leiter des Bruckner-Orchesters Linz wird am 29. Juni beim Konzert des Freundeskreises am Dirigentpult stehen. Gefeiert wird dabei das 20-jährige Bestehen des Vereins. Viele Konzerte des GKO sind inzwischen gut besucht oder ausverkauft. Aber nicht die älteren Musikfreunde stürmen die Säle, sondern eher schon der Konzertnachwuchs. Beliebt sind besonders die Babykonzerte. "Die sind praktisch immer sofort ausverkauft", schwärmt Orchestermanagerin Franziska Leistner.

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