Mittwoch, 21. November 2018
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Urkomische Präsentationen beim Powerpoint-Karaoke in Ingolstadt

Tauben, Physik und Sex - urkomische Präsentationen beim Powerpoint-Karaoke

erstellt am 12.05.2017 um 17:37 Uhr
aktualisiert am 11.09.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Kann man eigentlich Lachmuskelkater bekommen? Das können am Tag nach dem ersten Powerpoint-Karaoke in Ingolstadt sicherlich all diejenigen beantworten, die auf der aberwitzigen Veranstaltung am Donnerstag im Museum für Konkrete Kunst waren. Denn das Zwerchfell sollte an diesem Abend stark beansprucht werden.
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Powerpoint-Karaoke im Museum für Konkrete Kunst
Dietmar Hermann: im wahren Leben Software-Entwickler – nach Feierabend Champion im Powerpoint-Karaoke.
Weinretter

Fremdschämen, mitfiebern, Tränen lachen – das Publikum hatte vor Beginn sehr unterschiedliche Erwartungen. Vorsichtshalber fragte Moderator und Poetry-Slammer Hanz noch einmal nach, ob auch niemand mit Gesang rechne. Die Zuschauer waren zwar größtenteils vorher noch nie auf einem Powerpoint-Karaoke, hatten sich jedoch informiert: Sechs Referenten würden Präsentationen aus dem Internet vortragen, ohne diese vorher zu kennen. In sieben Minuten gehe es jedoch nicht um tatsächliche Wissensvermittlung der Folieninhalte. Alles drehe sich laut Hanz um den Vortrag an sich: Hauptsache einfallsreich, spontan und lustig. Wer welche Präsentation halten würde, solle das Los entscheiden. Das Publikum solle anschließend per Applaus abstimmen, wer seine Sache am besten gemacht habe.

Dominik Neumayr startete in den Abend. Sein Thema: Tauben – eine schon an sich kuriose Aufgabenstellung, die für Lacher prädestiniert war. Dass er sogar politische Spitzen in ein Referat über Vögel einbaute, brachte Neumayer begeisterten Applaus ein. Der zweite Redner, Benjamin Wolf, musste der Frage „Was ist rund?“ nachgehen. Charmant umging er die physikalischen Formeln. Richtig knifflig wurde es für Dietmar Hermann, der das Los zog, ein merkwürdiges Experiment vorstellen zu dürfen. Der erfahrene Improtheater-Spieler hatte jedoch keine Probleme damit, auch dieser Präsentation gezielte Pointen zu entlocken. Nach den ersten drei Rednern fasste Moderator Hanz ganz im Stil der Herzblatt-Susi die Vorträge noch einmal zusammen und rief zur Abstimmung auf. Den lautesten Beifall erhielt Dietmar Hermann, der somit als erster Finalist feststand.

Vor der zweiten Runde suchte Hanz „kompetente Unterstützung“ bei der Gestaltung der Glückwunschkarte für den Gewinner, der am Ende des Abends gekürt werden sollte und fand diese in einer angehenden Grundschullehrerin – Interaktivität stand beim Powerpoint-Karaoke auf dem Programm. Und schon ging es mit „Blasonierungen heute“ weiter – bei Clemens Schmids Vortrag krümmten sich die Zuhörer vor Lachen, auch wenn am Ende niemand tatsächlich wusste, worauf der Autor der Folien ursprünglich hinauswollte. Als Kameramann ansonsten hinter den Kulissen im Einsatz stellte sich Schmid auf der Bühne hervorragend an. Schwierig wurde es im Anschluss für Marlene Kukral, die sich mit einer skurrilen Schülerpräsentation plagen musste. Doch auch sie brachte das Publikum zum Schmunzeln. Den Abschluss der zweiten Hälfte machte Jens Rohrer, der das Thema Karneval beleuchten durfte. Vielleicht gerade wegen dessen skeptischer Haltung zum Fasching war die Präsentation amüsant. Gegen Clemens Schmid hatte er in der Klatsch-Abstimmung allerdings keine Chance.

Im Finale traten Hermann und Schmid mit der selben Präsentation gegeneinander an. Das Thema war vielversprechend: der Sinn von Sexualität. Beide Vorträge lösten wahre Lachkrämpfe bei den Zuschauern aus. Den Sieg des schrägen Rhetorikwettbewerbs sicherte sich Dietmar Hermann. Der Preis für den Gewinner: ein Rasierer, Diddl-Sticker und Tippex – was könnte für einen derartigen Wettbewerb besser passen?

Christina König
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