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Die künstlerischen Leiter von NeuburgMusik über die Zukunft des Festivals

"Wie der spannendste James-Bond-Film"

Neuburg
erstellt am 12.03.2018 um 19:24 Uhr
aktualisiert am 12.03.2018 um 21:27 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Mit großem Beifall ging am Sonntag das Festival NeuburgMusik mit dem Abend "Schubert plus" zu Ende. Kurz nach dem Konzert sprachen wir mit den drei künstlerischen Leitern des Festivals, mit dem Klarinettisten Stefan Schneider, dem Bratscher Kelvin Hawthorne und dem Neuburger Komponisten Tobias PM Schneid.
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Neuburg: "Wie der spannendste James-Bond-Film"
Die künstlerischen Leiter des Festivals: Stefan Schneider, Tobias PM Schneid und Kelvin Hawthorne (von links). - Foto: Schulze-Reimpell
Neuburg

Herr Schneider, nach den drei Festivaltagen, was ist besonders gelungen, was hätte noch besser laufen können?

Stefan Schneider: Ich fand alles gelungen. Ich fange mit dem Freitag an: Alle, die irgendwie an dem Festival beteiligt waren, waren bereits da und halfen. Allein dieser Teamgeist, diese Arbeit auf Grundlage eines sehr niedrigen Budgets, das war schon ungeheuer. Das Festival hat uns allen über das ganze Wochenende so viel Spaß gemacht, dass alle organisatorischen und finanziellen Sorgen vergessen waren.

 

Herr Hawthorne, wie haben Ihnen die Räumlichkeiten gefallen, Neuburg als Stadt und das hiesige Publikum, das ja nicht ganz so zahlreich wie erhofft die Konzerte besucht hat?

Kelvin Hawthorne: Die Stadt Neuburg finde ich wunderbar. Mir fiel auf, wie aufmerksam das Publikum war. Sicher, es hätten noch ein paar mehr Leute kommen können. Aber das Publikum, das kam, war wirklich exzellent, hoch konzentriert.

 

Herr Schneid, Sie sind als Komponist Mitorganisator des Festivals. Wird man irgendwann auch ein Werk von Ihnen hier hören können?

Tobias PM Schneid: Diese Frage habe ich befürchtet. Ich möchte nicht, dass ein Werk von mir aufgeführt wird bei diesem Festival. Das würde sehr merkwürdig ausschauen. Das hätte etwas von Eigenwerbung. Wenn das Festival allerdings ein paar Jahre sehr erfolgreich laufen sollte, dann könnte man noch einmal über diesen Grundsatz reden.

 

Und wie soll es nun weitergehen mit dem Festival?

Schneid: Ich kann mir nach diesem Abschluss und nach diesen fantastischen Publikumsreaktionen nicht vorstellen, dass wir nicht in eine zweite Runde gehen. Eine Geschichte am Rande werde ich nicht vergessen. Nach dem ersten Konzert kam eine Frau zu mir und sagte mir: Ich habe ja mit moderner Musik eigentlich gar nichts am Hut. Aber dieses Violinkonzert von Adès war gerade so spannend wie der spannendste James-Bond-Film. Das ist für mich eine grandiose Äußerung, weil sie auf einer ganz spontanen und emotionalen Grundlage entstand. Wir haben hier, besonders auch beim Abschlusskonzert gespürt, wie Musik mitreißen kann. Diese Aufnahmefähigkeit habe ich auch gespürt, als ich diese Musik vorab in Schulen erläutert habe. Da gibt es ein wunderbares Potenzial zuzuhören. Nach so einem Erfolg gibt es kein Zurück.

Schneider: Wir müssen das natürlich finanziell auch darstellen können. Wir freuen uns daher besonders über die Unterstützung der Stadt. Was wir immerhin geschafft haben, ist, dass die meisten Leute es bedauern würden, wenn wir nicht weitermachen könnten. Wir werden jetzt alles eine Woche ruhen lassen und dann schauen, wie es weitergeht.

 

Werden Sie weiterhin mit dem Münchner Kammerorchester zusammenarbeiten?

Schneider: Sicher. Das ist der Pool an Musikern, aus dem wir schöpfen, sie verkörpern die Musiktradition, auf der das Festival basiert. Das Kammerorchester ist kein Partner, es ist die Substanz des Festivals.

 

Das Interview führte Jesko Schulze-Reimpell.

Donaukurier
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