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Der nächste Münster-"Tatort" spielt im Künstlermilieu

Jagd auf einen Serienkiller

Münster
erstellt am 17.11.2017 um 19:05 Uhr
aktualisiert am 08.08.2018 um 09:47 Uhr | x gelesen
Münster (DK) Mit 14,5 Millionen Zuschauer war die "Tatort"-Folge "Fangschuss" der bisher mit Abstand meistgesehene Krimi des Jahres. Wenn jemand diesen Rekordwert einstellen oder gar übertrumpfen kann, dann wohl nur das Spaß-Duo aus Münster selbst.
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An diesem Sonntag dürfen Kommissar Thiel (Axel Prahl) und Professor Boerne (Jan Josef Liefers) erneut ran. Sie ermitteln im neuen Fall mit dem Titel "Gott ist auch nur ein Mensch".

Den Rahmen bilden diesmal die Internationalen Skulpturtage in Münster. Die gibt es wirklich, sie heißen eigentlich Skulptur-Projekte, finden alle zehn Jahre statt und sind hoch angesehen. Die letzte Ausgabe gab es in diesem Jahr, sie verlief aber friedlich - im Gegensatz zu den fiktiven Skulpturtagen, die sich die Krimiautoren Christoph Silber und Thorsten Wettcke ausgedacht haben.

Kurz vor den Skulpturtagen in Münster wird Ex-Stadtrat Eigenstein erschossen aufgefunden. Seine Leiche wurde als Clown-Kunstwerk präpariert und öffentlich vor dem Rathaus ausgestellt. Der Politiker war vom Verdacht des Kindesmissbrauchs freigesprochen worden. Kommissar Thiel verdächtigt als Täter den exzentrischen Künstler G.O.D. - von allen nur Gott genannt. Prof. Boerne, der zufällig G.O.D.s Kunstklasse besucht und dessen Meisterschüler werden will, sieht das anders. Dann gibt es eine zweite "Kunstleiche": Die taucht mumifiziert in einem Schlauchboot vor einem Flüchtlingsheim auf, in der Hand ein Schild mit der Kurzform eines Gandhi-Zitats. Der Tote war ein Ausländerhasser. So ist klar: Ein Serienkiller geht um.

"Gott ist auch nur ein Mensch" - das Beste an diesem "Tatort" ist der Titel. Doch auch der "Rest" ist wieder sehr gelungen, auch wenn es diesmal in puncto Gagdichte und Slapstick-Einlagen nicht das gewohnte Feuerwerk gibt. Aber der Krimi ist immer noch origineller und witziger als viele der üblichen Verbrecherjagden im TV. Die Mischung aus Spannung und Spaß stimmt, Regisseur Lars Jessen rückt die Geschichte in den Mittelpunkt, die Sticheleien zwischen Boerne und Thiel sind deutlich zurückgenommen und wohldosiert eingesetzt. Es gibt hübsch böse Seitenhiebe auf den Kunstbetrieb - sei es die Video-Performance der Künstlerin Swantje Hölzel oder die beinahe als Parodie angelegten Auftritte der Ex-Kuratorin Nike Wenger; es gibt einen von Aleksandar Jovanovic dämonisch und exzentrisch gespielten Aktionskünstler G.O.D.; und es gibt einen kleinen feinen Schluss-Gag, der sich über den Krimi und den gezeigten Kunstbetrieb gleichermaßen lustig macht.

 

Der "Tatort: Gott ist auch nur ein Mensch" läuft am Sonntag um 20.15 Uhr in der ARD.

Von Volker Bergmeister
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