Mittwoch, 18. Juli 2018
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Savas & Sido drehen im ausverkauften Münchner Zenith auf

"Minga Alter"

München
erstellt am 08.01.2018 um 19:30 Uhr
aktualisiert am 11.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
München (DK) Geschäftlich konnte Sido bisher nicht so richtig Fuß fassen in München: Sein Tattoo-Studio "Ich & meine Katze" ist schon wieder Geschichte, und auch mit der Beteiligung an einer Bar im Glockenbachviertel hat es nicht geklappt. Musikalisch aber ist Paul Hartmut Würdig - so der bürgerliche Name des Rappers aus Berlin - gut dabei.
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Zusammen mit seinem Hip-Hop-Kollegen Savas hat er das Zenith an diesem Abend ausverkauft.

Und so machen die beiden Hip-Hop-Pioniere gleich mit der Eröffnungsnummer "Haste nicht gesehen" aus dem gemeinsamen Album "Royal Bunker" mit einer Textzeile wie "Zwei der Besten, die es je taten. Zwei der Besten, die je gelebt haben", mächtig einen auf dicke Hose. Unterstützt von zwei DJs an den Pulten legen Sido in Weiß und Savas in Schwarz um kurz nach acht los. Die Menge geht sofort mit und steigt lautstark bei "Wenn sie sich weigern, uns zu feiern, schrei: ,Savas, Sido! €˜" ein. Auch das genretypische Bouncen, das Auf und Ab mit ausgestreckten Armen und den Handflächen nach unten, startet auf der Bühne und in der Halle und hört bis zum Ende nicht mehr auf. Flammen auf der Bühne gleich zu Beginn, Rauchschwaden und Konfettieinlangen im Verlauf tun ein Übriges, um die Stimmung weiter anzuheizen. Savas bringt es auf den Punkt: "München ist mal wieder on fire." Sido mehrfach: "Minga Alter" oder sogar Bairisch "Oida". Wahlweise auch "Minga Dicka" oder "München Alter".

Nach weiteren Songs wie "Normale Leute" oder "Alles beim Alten" aus "Royal Bunker" - benannt nach der Berliner Location, in der beide ihre ersten Reim- und Rapversuche starteten - gibt es Titel aus dem Solo-Schaffen der zwei Wortakrobaten. "Und dann kam Essah!" von Savas, aus der Zeit als er noch den Namenszusatz "Kool" führte, wird begeistert mitgegrölt. Ebenso wie "Löwenzahn" von Sido. Die beiden Protagonisten rappen abwechselnd und gemeinsam und stoßen auch mal mit einem Getränk an.

Die große Bühne mit mehreren Ebenen und Mega-Lightshow wird von beiden gut genutzt. Zu seinem Hit "Mein Block" taucht Sido dann überraschend direkt am Mischpult auf und animiert die Fans. Wie ein Rockstar unterteilt er das Publikum in Mitmachsektionen und spielt sie gegeneinander aus. Zwischendurch wird immer wieder klar, dass die beiden ihr Hip-Hop-Handwerk wirklich beherrschen, wenn sie auch mal ohne Beats vom Band rasant reimen, sprechen und "singen". Wobei speziell Hits von Sido wie "Bilder im Kopf" und "Astronaut" mit den einprägsamen Melodien eigentlich mehr Hip-Pop als Hip-Hop sind.

Auch Savas-Titel wie "Immer wenn ich rhyme" gehen gut ins Ohr. Bilder von Haien auf der Leinwand zur "Royal Bunker"-Nummer "Haie" oder Wolkengebilde zu "Spring rauf" von Sido sind vielleicht nicht gerade originell, unterstützen aber ebenso wie die starke Beleuchtung das Geschehen. Das nach zwei Stunden und dem Titelstück der Kollaboration der beiden Deutschrapper auch schon wieder vorbei ist. Ob das Ganze nun "real" war, wie es in Hip-Hop-Kreisen gerne mal heißt? Unterhaltsam war es in jedem Fall. Gefallen hat es den meisten auch - und das anerkennende "Alter" oder "Dicka" ist vor der Halle noch mehrfach zu vernehmen.

Von Martin Buchenberger
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