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Das Comeback des Jahres: The Kelly Family begeistert in München

Gelernt ist gelernt

München
erstellt am 11.03.2018 um 18:56 Uhr
aktualisiert am 10.04.2018 um 03:00 Uhr | x gelesen
München (DK) Die Tour ist nach dem Album "We Got Love", das letztes Jahr auf Platz 1 der Hitparade schoss, benannt. Sie trägt aber auch den Untertitel "Das Comeback des Jahres". Und es ist ein erstaunliches Comeback, das The Kelly Family da hinlegt.
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Nach Jahren der Straßenmusik und Erfolgen in den 80ern und 90ern war die Großfamilie beinahe in Vergessenheit geraten. Nun also die umjubelte Rückkehr in die großen Hallen. Michael Patrick Kelly, der sich auf seine Solokarriere konzentriert, und Schwester Maite, die den deutschen Schlager entdeckt hat, sind zwar nicht dabei, dafür aber Angelo, Jimmy, Joey, John, Kathy, Patrica und Gründungsmitglied Paul Kelly.
 
Von der ersten Sekunde und der ersten Nummer "I Can't Stop The Love" an, beweist die erfahrene Truppe, dass sie nichts verlernt hat. Die ausverkaufte Halle steht und frisst den Kellys aus der Hand. Mit einer Begleitband präsentieren Angelo, Jimmy, John, Kathy, Patrica und Joey abwechselnd ihre gereiften Stimmen und Hits wie "Why Why Why" oder "Come Back To Me". Das Publikum bekommt die volle musikalische Bandbreite und mit Feuer und Konfetti auch die volle Effektbreitseite. Von Pop über Hard- bis hin zu Folkrock haben die Kellys alles drauf. Und das nicht nur stimmlich, auch instrumental! Gitarre kann jeder hier spielen, Angelo zusätzlich Schlagzeug und Kathy Akkordeon.

Nach der vor allem von den jüngeren Fans sehnsüchtig erwarteten Nummer "An Angel" hat Paul Kelly mit dem Traditional "The Bonny Banks o'Loch Lomond" an der Drehleier, dem sogenannten Hurdy-Gurdy, einen stimmungsvollen Auftritt. Und immer wieder erstrahlt die Halle im Licht der Handy-Displays.

Im Anschluss werden mit spanisch- und französischsprachigen Titeln die globalen Erfahrungen thematisiert. Nach dem Gospel "Swing Low" geht es in die Pause.

Nun hängt ein Abbild des legendären Kelly-Busses, mit dem die Familie seinerzeit unterwegs war, über der Bühne und die Family selber agiert auf einer Plattform am Ende des kreisförmigen Laufstegs. Das rockige "Nanana" wird begeistert aufgenommen und der Aufforderung "Keep On Singing" im gleichnamigen Titel bereitwillig Folge geleistet.

Angelo & Co. beherrschen das Spiel auf der Gefühlsklaviatur perfekt und tragen die Fans von Emotion zu Emotion. Angelo überzeugt obendrein an den Drums und legt ein souveränes Solo hin. An Ende öffnet er dann seinen Zopf und gibt mit seiner Mähne den wilden Headbanger. Nicht nur die Haare sind jetzt offen - auch alle metaphorischen Schleusen. Klassiker wie "Fell In Love With An Alien" sorgen bei den Fans für Euphorie. Mit dem ergreifenden "Cover The Road", das einem krebskranken Freund gewidmet wird, kehrt dazwischen kurz Ruhe und Besinnlichkeit ein. Bis es mit "Dan O'Feefes (Irish Rig)" wieder in Richtung Partystimmung geht.

Folkloristisch startet man mit "Who'll Come With Me (David's Song)" in die Zugaben. Etwas sehr pathetisch und fast schon kitschig beschließt "Brothers & Sisters" das zweieinhalbstündige (Comeback-)Konzert. Die Kelly Family ist zurück!

Von Martin Buchenberger
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