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Mit einem "Polizeiruf 110" startet ARD-Themenwoche über Gerechtigkeit

Klug konstruierte Geschichte

Rostock
erstellt am 09.11.2018 um 19:51 Uhr
aktualisiert am 09.11.2018 um 21:23 Uhr | x gelesen
Rostock (DK) Was für ein famoser Auftakt zur ARD-Themenwoche "Gerechtigkeit".
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Schere zwischen Recht und Gerechtigkeit: Peter Trabner (links), Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner in ?Polizeiruf 110: Für Janina?.
Schere zwischen Recht und Gerechtigkeit: Peter Trabner (links), Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner in "Polizeiruf 110: Für Janina".
Schroeder/NDR
Rostock
Unter der Leitfrage "Ist das gerecht? " beschäftigen sich bis zum 17. November alle TV- und Radioprogramme der ARD intensiv mit dem Thema (siehe Kasten). Auch der "Polizeiruf 110: Für Janina" stellt diese Frage und beantwortet sie - so viel darf schon mal verraten werden - auf eine besondere und originelle Weise.

Das Verhältnis von Alexander
Bukow (Charly Hübner) und Katrin König (Anneke Kim Sarnau) ist auf dem Tiefpunkt. Wegen seiner Falschaussage, mit der er seine Kollegin bei einem früheren Einsatz schützen wollte, wird er zu einer Geldstrafe verknackt. Jetzt sollen die beiden mit ihrem Team einen alten Fall wieder aufrollen: 1988 wurde die junge Janina in der damaligen DDR vergewaltigt und ermordet. Damals untersuchte Röder (Uwe Preuss) den Fall, hatte mit Guido Wachs auch einen Verdächtigen, doch der wurde schließlich freigesprochen. Janinas Mutter taucht im Kommissariat auf und will eine Wiederaufnahme der Ermittlungen, um endlich zu erfahren, wer ihre Tochter ermordet hat. Röder wiegelt ab, doch sein Team sieht das anders. "Ich akzeptiere keine unaufgeklärten Mordfälle", sagt Katrin König und reißt den Fall an sich.

Schnell führt die Spur wieder zu Guido Wachs, modernere forensischen Methoden helfen, und es wird klar: Wachs, der mittlerweile eine Familie hat und ein unbescholtenes Leben führt, ist Janinas Mörder. Aber wie kann man einen Mann überführen, der aufgrund seines früheren Freispruchs nicht für dieselbe Tat verurteilt werden kann? Doch Bukow und König lassen nicht locker.

Im neuen Rostocker "Polizeiruf 110" geht es nicht um das Wer, sondern um das Wie, besser gesagt: Wie kriegen wir ihn doch? Denn die Schere zwischen Recht und Gerechtigkeit geht in diesem Fall sehr weit auf. Die Drehbuchautoren Anika Wangard und Eoin Moore (auch Regie) beschäftigen sich mit moralischen und ethischen Fragen in dieser klug konstruierten Geschichte.

Das Ermittlerteam - neben Bukow und König sind dies Pöschel (Andreas Guenther) und Thiesler (Josef Heynert) sowie deren Chef Röder - stehen im Mittelpunkt. "Die Figuren sind sehr emotional in diesen Fall involviert und können mit ihrer eigenen Ohnmacht, die sie hier erfahren, kaum umgehen. Wir wollten schon länger einen Fall für das ganze Ensemble machen", sagt Autorin Anika Wangard. Moore hat den Fall als Psychokrimi inszeniert. Mit Peter Trabner als überführter, aber nicht geständiger, zynischer Mörder Wachs hat man einen starken Widerpart zu den Kommissaren. Die haben unterschiedliche Methoden, aber verfolgen das gleiche Ziel. Und das obwohl sie mehr Gegner denn Partner sind. Bukow setzt die Psychoschraube an, König verlässt legale Wege.

Polizeiruf 110: Für Janina. ARD, Sonntag, 20.15 Uhr.
 
Volker Bergmeister
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