Sonntag, 18. November 2018
Lade Login-Box.

Immer noch so verspielt, neugierig und einfallsreich wie ein großer Junge

erstellt am 10.10.2003 um 18:50 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 11:56 Uhr | x gelesen
Eichstätt (klf) Der Mann hat gerade die 50-Jahr-Schwelle überschritten, ist aber als Künstler immer noch verspielt, neugierig und einfallsreich wie ein großer Junge. Mag sein, dass das Jungenhafte seines Naturells ihn auch bei seinem neuesten Thema in der Kunst so unbedingt glaubwürdig erscheinen lässt, und natürlich sein furioses Zeichen- und Maltalent. Matthias Schlüter hat mit der aktuellen Ausstellung "homo ludens", die er in der Region nun zuerst in Eichstätt in der ehemaligen Johanniskirche zeigt, sein Urthema der Kunst gefunden. Da stecken zahlreiche inhaltliche und künstlerisch-technische Inkubationsphasen drin, in diesem Ausstellungsfundus, der sich um die Veranlagung des Menschen zum Spielerischen, zur Kreativität, zur Improvisation und zur Aktion dreht.
Textgröße
Drucken
Temporeich, wie immer bei Schlüter, ist der Malduktus, farbenfroh ist die Bildszenerie und die Figur des Menschen tritt wieder in den Bildmittelpunkt. Die nachgerade rudernde Malweise Schlüters, man kann sie insbesondere bei den großen Formaten regelrecht vor seinem inneren Auge sehen, reißt einen als Betrachter mit, macht einen manchmal gar schwindelig.

Zielsicher wie kaum einer in der Region setzt Schlüter die Farbflächen und den selbstvergessen dahinschnellenden Konturstrich ein. So als schriebe er eine Partitur.

Das Generalthema von Schlüters Malerei ist eigentlich schon immer der Mensch in Aktion, im Dialog, in Stress und Hektik. Lebhaft geben sich auch die Szenerien in den neuen Arbeiten.

Über vierzig Bilder zeigt Schlüter in Eichstätt. Dynamik, Tempo, Wirbel und Verwirbeltsein, all das peitscht Schlüter neuerlich ins Bild hinein, aufs Papier und aufs Nesseltuch.

Der Maler und Plastiker hat in der künstlerischen Ausdrucksweise längst seine ganze eigene, unverkennbare Handschrift gefunden, bei den Themen, die den junggebliebenen Menschen Matthias Schlüter interessieren, ist das kreative Spiel des Menschen und des Künstlers mit dieser ersten Ausstellung zum "homo ludens" gerade einmal eröffnet. Da wird Schlüter noch etliche Spielrunden darauf verwenden, bis er sich am spielenden Menschen abgearbeitet hat.

Und erfreulich genug für die Ausstellungsbesucher: Schlüter hat auch selbst kreierte Künstlerspiele mit gebracht ·anfassen und mitspielen also erlaubt. Die Ausstellung läuft bis kommenden Freitag. Am Sa und So ist sie von 11 bis 18 Uhr geöffnet und von Di bis Fr von 15 bis 18 Uhr.

Ruediger Klein
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!